Blitzermarathon mit Kontrollpunkten im Kreis Uelzen / Gewerkschaft fordert permanente Präsenz

Polizei nimmt Raser ins Visier

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Polizisten stehen ab heute Morgen um 6 Uhr an verschiedenen Kontrollpunkten – auch in der Region Uelzen, um Raser auszubremsen. Beim jüngsten Blitzermarathon im April waren 35 Verkehrssünder im Landkreis gestoppt worden.

Uelzen/Landkreis. Wenig Kurven, freie Strecken: Uelzen ist ein Flächenlandkreis, das zeigt sich auch am Straßennetz.

„Die langen Geraden, sie laden förmlich dazu ein, Gas zu geben“, schildert Andreas Dobslaw, Verkehrsexperte bei der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen. Entsprechend groß sei die Zahl der Autofahrer im Landkreis, die schnell unterwegs seien. Immer wieder mit fatalen Folgen: „Überhöhte Geschwindigkeit ist einer der Hauptgründe für Verkehrsunfälle“, so der Polizist.

Mit einem weiteren bundesweiten 24-stündigen Blitzermarathon ab heute Früh um 6 Uhr sollen Raser ausgebremst werden. Die Polizei kontrolliert an mehr als 7500 Standorten im Bundesgebiet. Im Gebiet der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen werden Beamte unter anderem an der B  4 zwischen Uelzen und Tätendorf-Eppensen, an der B 209 bei Lüneburg sowie an der L 270 zwischen Uelzen und Bad Bodenteich stehen.

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Beim jüngsten Blitzermarathon im April dieses Jahres hatte die Polizei 35 Verstöße im Landkreis ermittelt. Der Blitzermarathon und die Kontrollstandorte waren – wie nun auch – vorher angekündigt worden. Nicht zuletzt deswegen wird von der Polizeigewerkschaft des Landes Niedersachsen Kritik an der Aktion laut. Zwar sei die Hauptunfallursache nach wie vor überhöhte Geschwindigkeit, so Thomas Kliewer, Landesvorsitzender der Polizeigewerkschaft, allerdings würden solche Sonderaktionen immer zu Lasten der Kollegen gehen. Die Wirksamkeit des Blitzermarathons indes sei nicht messbar, zumal die Kontrollen vorher angekündigt würden. Bei dem Blitzermarathon nun komme für die Polizei in der Region erschwerend hinzu, dass in Lüneburg derzeit rund um die Uhr verfeindete Clans zu überwachen seien. Sogenannte Verfügungseinheiten würden sowohl bei Kontrollen wie auch bei der Überwachung in Lüneburg herangezogen. Für die Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen bestehe die Verfügungseinheit aus 15 Mann, so Kliewer gegenüber der AZ.

Statt eines Blitzermarathons sei zur Absenkung der Unfallzahlen eine permanente Präsenz der Polizei in der Fläche viel besser geeignet, meint der Gewerkschafter. „Das geht aber nur mit ausreichend Personal“, richtet er noch einen Appell an die niedersächsische Landespolitik.

Von Norman Reuter

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