Neue Mautregelung seit Juli: Ist Trasse durch den Landkreis nun Alternative zur Autobahn 7?

Polizei: Mehr Laster auf der B 4

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Die Polizei sichtet nun mehr Lkws auf der Bundesstraße 4. Ist sie nun für Lasterfahrer eine attraktive Alternative zur Autobahn 7 geworden? Das wird sich bei einer Auswertung des Verkehrsaufkommens im neuen Jahr zeigen.

Uelzen/Landkreis. Die B 4 hat sich womöglich recht schnell nach Einführung der Maut auf Bundesstraßen im Juli und dem damit verbundenen Ende des Durchfahrtsverbots für Lkws auf der Trasse (AZ berichtete) zu einer beliebten Alternativroute zur A7 entwickelt.

Die Polizei nimmt jedenfalls einen gestiegenen Schwerlastverkehr auf der B 4 wahr, berichtet Andreas Dobslaw. „Es hat eine Verdichtung gegeben“, so der Verkehrsexperte in der hiesigen Polizeiinspektion.

Wie stark der Anstieg ausfällt und ob sich tatsächlich ein Zusammenhang mit Maut und der nun bestehenden Durchfahrtserlaubnis herstellen lässt, das wird sich erst im kommenden Jahr sagen lassen. Dann ist eine Auswertung von Verkehrzahlen über einen längeren Zeitraum möglich, die zeigen wird, ob es sich um eine dauerhafte Entwicklung handelt. Dies würde dafür sprechen, dass die B4 in der Tat für den Schwerlastverkehr eine interessante Alternative zur A 7 geworden ist und nicht nur durch das Baustellengeschehen in den Sommermonaten stärker genutzt wurde. Anrainer und Autofahrer dürften sich dann wohl ärgern.

Dass überhaupt ein Durchfahrtsverbot für Lkws bestand, war eben auch dem Thema Maut geschuldet. 2006 wurde sie auf Autobahnen eingeführt. Als mögliche Konsequenz befürchtete man in der Region, der Schwerlastverkehr könnte die B 4 als Ausweichstrecke wählen. Die Durchfahrtsbeschränkung wurde erlassen und jetzt mit der Mautpflicht auf der B4 wieder abgeschafft. Es gab Stimmen, die sagten: Die Beschränkung sei ohnehin nur ein zahnloser Papiertiger gewesen, weil die Strafe – 20 Euro bei einem Verstoß – zu gering ausfalle. Aber womöglich scheuten dann doch Lastwagenfahrer das Risiko, erwischt zu werden, was sie jetzt nicht mehr befürchten müssen.

Behilflich sein werden bei der geplanten Untersuchung zur Verkehrsentwicklung festinstallierte Zählstellen an der B 4 – unter anderem bei Grünhagen. Eine Induktionsschleife im Asphalt registriert dort jedes Auto, jeden Lkw. Auf die Frage, wie viele Fahrzeuge zuletzt, noch unter dem bestehenden Durchfahrtsverbot für Laster, die B4 nutzten, nennt die Landesstraßenbaubehörde in Lüneburg Zahlen aus dem Jahr 2015. Demnach wurden seinerzeit zwischen 16.000 Fahrzeugen pro Tag im Bereich südlich von Melbeck und 11.400 im Bereich südlich von Bad Bevensen gezählt. Der Anteil des Schwerlastverkehrs lag bei 1.900 Lkws (südl. Melbeck) beziehungsweise 1. 800 Lkws (südl. Bad Bevensen).

Von Norman Reuter

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