POLITIKER-PORTRÄTS OHNE POLITIK Stefan Kleuker, CDU-Bürgermeister-Kandidat für Suderburg

Interview mit Stefan Kleuker: Von den Pyramiden bis „Herr der Ringe“

Stefan Kleuker und Prof. Hans-Helmut Decker-Voigt im Interview
+
Im Gespräch im Studierhaus in Allenbostel beim langjährigen AZ-Kolumnisten Prof. Hans-Helmut Decker-Voigt stand Wolf-Dietrich Marwede Rede und Antwort. Seine Botschaft war, Suderburg langfristig erfolgreich entwickeln zu wollen.

Die Allgemeine Zeitung der Lüneburger Heide hat in Zusammenarbeit mit ihrem Kolumnisten Prof. Hans-Helmut Decker-Voigt eine „untypische Interview-Serie“ mit den insgesamt zehn Bürgermeister-Kandidaten aus der Hansestadt Uelzen, aus der Samtgemeinde Suderburg und aus der Einheitsgemeinde Bienenbüttel zur Kommunalwahl am 12. September konzipiert. In den ersten fünf Folgen stellen wir darin – in alphabetischer Reihenfolge – die Bewerber für das Amt in Suderburg vor. Zweiter Gast ist heute Stefan Kleuker. Er kandidiert für die CDU.

Gehen Sie in Ihre Kindheit – was war ein besonders wichtiges Spielzeug?

Stefan Kleuker: Lego, die frühen Legosteine ohne Baupläne. Ich würde sie nie verkaufen, sondern vererbe sie an Enkel – hoffentlich.

Unter dem Wichtigsten, was sie je gelernt haben – was wäre dies?

Kleuker: Vor einer wichtigen Entscheidung eine Nacht darüber zu schlafen.

Im NDR gibt es die Serie „Lieblingsorte“. Welchen erinnern Sie jetzt?

Kleuker: Meine Terrasse – mit einem Kaffee.

Nennen Sie bitte einen Menschen, der ihnen Vorbild war in Ihrer Entwicklung?

Kleuker: Mein Vater.

Die Menschheit hat überall in der Welt und Geschichte Vorurteile. Welches würden Sie, wenn Sie könnten, als Erstes tilgen wollen?

Kleuker: Wenn Menschen Menschen einschätzen, ohne sie zu kennen, eben im Sinne von Vor-Urteil.

Manchmal wollen wir – und wenn es nur eine Stunde ist – verschwinden, einfach unsichtbar, unerreichbar sein. Wohin würden Sie gehen und was würden Sie tun?

Kleuker: Ich würde mich auf den Trecker setzen und mit diesem in die Mark fahren.

Wir alle leben vom positiven Feedback. Wenn Sie eine Fee oder einen Weisen hätten, der Ihnen jeden Tag etwas Positives in Ihr Ohr flüstern könnte, was würden Sie am liebsten hören?

Kleuker: Mach ruhig weiter so!

Derzeit amtiert Papst Franziskus. Wenn Sie eine Privataudienz bei ihm hätten, und nur einen Satz sagen könnten, welcher wäre das?

Kleuker: Heiligkeit, Sie machen einen guten Job.

Das beste am Älterwerden ist … eine Antwort, bitte.

Kleuker: Die Erfahrung.

Wir und Sie sind persönlich Zeuge von geschichtlichen Ereignissen in unserem Leben – das wird vermittelt durch die Medien. Wenn Sie nun vor Ihrer Lebenszeit Zeuge eines Ereignisses in der Geschichte sein könnten, wo würden Sie gerne sein?

Kleuker: Ich wäre gerne beim Bau einer ägyptischen Pyramide dabei gewesen – diese Leistung von Menschen ohne unsere heutige Technik.

Stichwort „Märchen“ – welches fällt Ihnen gerade ein?

Kleuker: Das tapfere Schneiderlein – es prangte auf einem großen Märchenbuch bei mir. Ich werde es nachlesen jetzt.

Was war ein besonders wichtiger Film in jüngster Vergangenheit?

Kleuker: Ich bin Fan von „Herr der Ringe“.

Und welche Figur würden Sie darin gerne sein?

Kleuker: Ich wäre gerne der Zauberer Gandalf.

Sie verreisen auf eine einsame Insel. Welche drei Dinge nehmen Sie mit?

Kleuker: Einen Sonnenhut, eine Taucherbrille und ein gutes Buch.

Was würden Sie mit einem Lottogewinn von einer Million Euro machen?

Kleuker: Einen Teil würde ich meiner Familie geben. Einen Teil würde ich sparen. Und für einen weiteren Teil würde ich mir ein Wohnmobil kaufen, denn ich möchte schon gerne Europa erkunden.

Welche Person der Zeitgeschichte würden Sie gerne einmal treffen?

Kleuker: Franz Josef Strauß. In meinen Augen ein Politiker aus altem Schrot und Korn. Ich glaube, der könnte unendlich viel berichten, was es wirklich für Absprachen zwischen der BRD und der DDR gegeben hat. Das würde mich sehr interessieren.

An welches Familienereignis denken Sie mit einem Lächeln zurück?

Kleuker: An die Geburt meiner beiden Söhne.

Welche Nachricht aus den Medien war besonders nachdrücklich in diesem Jahr?

Kleuker: Es war schon im letzten Jahr schwer, die Bilder mitanzusehen, wie in Italien das Militär die Corona-Toten aus den Städten gefahren hat beziehungsweise dass in New York für die zahlreichen Toten Kühlcontainer aufgestellt wurden. Das hat mir echt zu denken gegeben.

Als Sie klein waren und gefragt wurden: „Was willst Du werden, wenn Du groß bist?“ – welche war Ihre Antwort?

Kleuker: Landwirt.

Was haben Sie vor allem von Ihren Großeltern gelernt?

Kleuker: Meine Großmutter war eine sehr bescheidene und sehr herzliche Frau. Sie hat bei uns damals die Bullen versorgt und konnte sehr energisch werden, wenn nicht ausreichend Futter im Stall lag. Ich glaube, von ihr habe ich mein vorausschauendes Arbeiten gelernt.

Jetzt nehmen Sie bitte einmal einen anderen Platz ein und schauen von dem aus auf den Platz, auf dem Sie bis eben gesessen haben. Wie würden Sie die Person dort beschreiben?

Kleuker: Meist entspannt. Nicht alles immer gleich zu ernst nehmend.

Gibt es eine Frage, die ich Ihnen zum Abschluss noch stellen soll?

Kleuker: Ja, noch mal zum Film: Da fiel mir als Einzelfilm mein absoluter Renner ein: Mel Gibson in „Brave

Heart“.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

Die Fragestellungen dieser Serie wurden angeregt von:

• „Erzähl mal!“, Das Familienquiz (E. van Vliet)

• Evelyn McFarlane/James Saywell: „Das Buch vom Wenn“ (Herder, 2000)

• Roger-Pol Droit: „Fünf Minuten Ewigkeit – 101 philosophische Experimente“ (Hoffmann und Campe, 2002)

• oder stammen aus Interaktionsspiel-Sammlungen der Seminare von Hans-Helmut Decker-Voigt und Paolo J. Knill.

Der Interview-Gast – Stefan Kleuker

• aus Gerdau

• Landwirt

• zwei Söhne

• geschieden

• landwirtschaftlicher Meister, Diplom-Verwaltungswirt

• 1988 Bundeswehr in Lüneburg, Fachabitur, 1990 zweijährige Fachschule in Celle

• 1994 bis 1997 Niedersächsische Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege in Hildesheim

• ab 1997 Amt für Agrarstuktur in Lüneburg

• heutige Tätigkeit: Landwirtschaftskammer Niedersachsen, stellvertretender Dienststellenleiter, zuständig für die Agrar- und Umweltmaßnahmen in den Landkreisen Uelzen und Lüchow-Dannenberg

• Mitarbeit in diversen Arbeitsgruppen beim Landwirtschaftsministerium

• freiwillige Abordnung an das Gesundheitsamt Uelzen (Corona-Pandemie)

• seit sechs Jahren Bürgermeister der Gemeinde Gerdau, zuvor stellvertretender Bürgermeister

• im Samtgemeinderat seit

etwa 15 Jahren

• Vorsitzender des Ausschusses für Schule, Sport, Jugend und Soziales

Der Hintergrund – Wer stellt die Fragen?

Hans-Helmut Decker-Voigt, Prof. Dr. Dr. h.c.mult.

• ist seit 1980 Kolumnist der AZ

• Studium der Musik und Erziehungswissenschaften in Deutschland, Expressive Therapie und Psychologie in den USA

• Lehrstuhlinhaber und Gründungsdirektor des Instituts für Musiktherapie der Hochschule für Musik und Theater Hamburg von 1990 bis 2010, Übersetzungen in 16 Sprachen

• letzte Gastprofessur in St. Petersburg 2019/2021

• mehrfacher Ehrendoktor, unter anderem der Medizin und der Kunstwissenschaften

• Schriftsteller (Roman, Erzählung, Kolumne)

• Gründungsmitglied des Verbandes deutscher Schriftsteller

• Mehr im Internet auf www.decker-voigt-archiv.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare