POLITIKER-PORTRÄTS OHNE POLITIK Hubertus Hacke, Bürgermeister-Kandidat der FDP für Uelzen

Interview mit Hubertus Hacke: Faible für Cicero, Karl May und Kevin Costner

Hubertus Hacke und Prof. Hans-Helmut Decker-Voigt im Interview
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Er selbst würde gerne Old Shatterhand spielen, ihn wiederum sollte Kevin Costner verkörpern: Das sagte Hubertus Hacke im Gespräch mit dem langjährigen AZ-Kolumnisten Prof. Hans-Helmut Decker-Voigt.

Die Allgemeine Zeitung der Lüneburger Heide hat in Zusammenarbeit mit ihrem Kolumnisten Prof. Hans-Helmut Decker-Voigt eine „untypische Interviewserie“ mit den Bürgermeisterkandidaten aus der Hansestadt Uelzen, aus der Samtgemeinde Suderburg und aus der Einheitsgemeinde Bienenbüttel zur Kommunalwahl am 12. September konzipiert. Die fünf Bewerber für Suderburg und die zwei für Bienenbüttel haben wir bereits vorgestellt. Nun geht es – erneut in alphabetischer Reihenfolge – in die Hansestadt Uelzen. Hier gibt es zwei Kandidaten und eine Kandidatin. Erster Gast aus diesem Trio: Hubertus Hacke. Er kandidiert für die FDP um das Amt des ersten Bürgers.

Bitte beschreiben Sie einen Ihrer Lieblingsorte.

Hubertus Hacke: In Uelzen von der Gertruden-Kapelle aus mit Ratsteich und Blick auf den St. Marien-Kirchturm – mit meinem Zuhause im Rücken.

Wenn Sie Filmschauspieler wären – welche Hauptrolle eines Ihnen bekannten Films würden Sie gern übernehmen?

Hacke: Old Shatterhand, weil diese Rolle die Werte und Ethik von Karl May spiegelt.

Unter dem Wichtigsten, was Sie bisher gelernt haben – was wäre es?

Hacke: Dass Fleiß und Arbeit viel Erfolg bringt.

Wenn Sie außer der Kommunalpolitik oder Ihrem jetzigen Beruf einen anderen anstreben wollten – welcher wäre das?

Hacke: Die Wahlkampfleitung in einem amerikanischen Wahlkampf zu übernehmen – alternativ Taxifahrer.

Sie erben irgendwo auf der Welt eine Ferienwohnung – und wollen sie nie verkaufen. Wo wäre die?

Hacke: In Norditalien beziehungsweise am Gardasee.

Denken Sie an gegenwärtig lebende Schauspieler. Wenn einer dieser Ihre Person spielen sollte, wer wäre das?

Hacke: Kevin Costner.

Wünschen Sie sich bitte eine historische Person, in deren Rolle Sie gerne schlüpfen würden.

Hacke: Cicero.

Beschreiben Sie bitte eine Persönlichkeit unter Ihren Lehrern, die Sie besonders positiv beeinflusste.

Hacke: Mein Klassenlehrer aus der 8 und 9. Er war jung, gehörte zur Hip-Hop-Generation und hatte eine große Authentizität.

Ein Großteil unserer Gesetzeswerke basiert auf den zehn Geboten. Wenn Sie ein elftes hinzufügen könnten – wie hieße es?

Hacke: Ich würde die Meinungsfreiheit zu einem solchen Gebot erheben.

Die Menschheitsgeschichte bedeutet jede Menge wissenschaftliche Entdeckungen oder Entwicklungen. Welche würden Sie der Menschheit zuliebe rückgängig machen?

Hacke: Keine, weil etwas Ungutes sich auf Dauer selbst erledigt.

Wenn ein Kind Sie fragen würde, was Politik ist – Ihre Antwort?

Hacke: Probleme lösen, die ein Einzelner nicht lösen kann.

Erinnern Sie sich bitte an ein Essen, das Sie an Ihre Herkunftsfamilie erinnert – welches wäre das?

Hacke: Ein Rezept meiner Mutter waren gebrannte Mandeln mit Paprika, Curry und Salz – es bedeutete jeweils: „Festessen“.

Ihre Kindheit – erinnern Sie sich bitte an ein besonders wichtiges Spielzeug.

Hacke: Ein von meinem Vater aus Gips selbst gebauter Wikinger-Helm mit Hörnern.

Wie gehen Sie mit Unvorhersehbarem um?

Hacke: Nach der Devise „Ruhig bleiben und sortieren“.

Ein Märchen, das Ihnen vielleicht jetzt einfällt?

Hacke: Tischlein deck Dich.

Bitte nennen Sie eine Ihnen besonders wichtige Lektüre.

Hacke: Das Buch von Hildegard Hamm-Brücher „Bildung ist kein Luxus“.

Wir alle leben von Kritik und positivem Feedback. Wenn Sie eine Fee oder einen Weisen hätten, der Ihnen jeden Tag etwas Positives in Ihr Ohr flüstert – was würden Sie am liebsten hören?

Hacke: Mach weiter so!

Wenn Sie sich ein außergewöhnliches Talent in einer Kunstrichtung wünschen würden. Welches wäre das?

Hacke: Die Malerei.

Sie haben eine Privataudienz bei Papst Franziskus. Wenn Sie nur einen Satz zu ihm sagen könnten – wie würde der lauten?

Hacke: Ich bewundere, dass Sie Armut und soziale Benachteiligung wieder in das Zentrum der Kirche rücken – und dabei selbst Demut leben.

Angenommen Sie denken über sich und Ihre Nachwelt nach – was wäre es, womit Sie der Nachwelt gerne bekannt bleiben möchten?

Hacke: Als jemand erinnert zu werden, der mit Politik viel Freude, Witz und Demut verbindet.

Jetzt bitte ich Sie, einen anderen Platz einzunehmen, so dass Sie auf den Platz sehen, auf dem Sie eben saßen. Beschreiben Sie bitte einmal, wie ist der Mensch so, der dort saß (allgemein)?

Hacke: Nachdenklich, selbstzweifelnd, voller Optimismus.

Gibt es eine Frage, die ich Ihnen noch stellen sollte, damit Sie diese beantworten?

Hacke: Warum machen Sie das eigentlich – zu kandidieren? Und die Antwort: Ich möchte das Richtige tun mit meinem Angebot.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

Die Fragestellungen dieser Serie wurden angeregt von:

• „Erzähl mal!“, Das Familienquiz (E. van Vliet)

• Evelyn McFarlane/James Saywell: „Das Buch vom Wenn“ (Herder, 2000)

• Roger-Pol Droit: „Fünf Minuten Ewigkeit – 101 philosophische Experimente“ (Hoffmann und Campe, 2002)

• oder stammen aus Interaktionsspiel-Sammlungen der Seminare von Hans-Helmut Decker-Voigt und Paolo J. Knill

Der Interview-Gast – Hubertus Hacke

• geboren und aufgewachsen in Uelzen

• Bildungsweg: Hermann-Löns-Grundschule, Abitur am Lessing-Gymnasium

• Bachelor in Volkswirtschaft in Kiel, Master Volkswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität in Wien, ein halbes Jahr als Erasmus Student in Brüssel

• seit 2017 beruflich im politischen Berlin, zunächst für den Apothekerverband (Betreuung der Einführung des Arzneimittel-Fälschungsschutzsystems securPharm), anschließend Tätigkeit für den Verband forschender Arzneimittelhersteller in der Stabsstelle Digital Health

• seit März 2020 persönlicher Referent des Bundestagsabgeordneten Prof. Andrew Ullmann (FDP) mit der Zuständigkeit für Gesundheitspolitik (Betreuung der Arbeit Ullmanns im Ausschuss für Gesundheit sowie der Gesetzgebung während der Covid-19-Pandemie)

• Freizeit: Sport, Turnen und Badminton beim Turnverein Uelzen und Fußball beim FC Oldenstadt, Golf im Golfclub an der Göhrde

Der Hintergrund – Wer stellt die Fragen?

Hans-Helmut Decker-Voigt, Prof. Dr. Dr. h.c.mult.

• ist seit 1980 Kolumnist der AZ

• Studium der Musik und Erziehungswissenschaften in Deutschland, Expressive Therapie und Psychologie in den USA

• Lehrstuhlinhaber und Gründungsdirektor des Instituts für Musiktherapie der Hochschule für Musik und Theater Hamburg von 1990 bis 2010, Übersetzungen in 16 Sprachen

• letzte Gastprofessur in St. Petersburg 2019/2021

• mehrfacher Ehrendoktor, unter anderem der Medizin und der Kunstwissenschaften

• Schriftsteller (Roman, Erzählung, Kolumne)

• Gründungsmitglied des Verbandes deutscher Schriftsteller

• Mehr im Internet auf www.decker-voigt-archiv.de

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