POLITIKER-PORTRÄTS OHNE POLITIK Fabian Huske, Bürgermeister-Kandidat für Bienenbüttel

Interview mit Fabian Huske: Von Seefahrer Columbus bis Erfinder Edison

Daniel Huske und Prof. Hans-Helmut Decker-Voigt im Interview
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Könnte Fabian Huske in die Rolle einer historischen Person schlüpfen, dann wäre das Christopher Columbus. Leben würde er indes gerne zur Zeit des Entdeckungsprozesses von Edison, wie er Prof. Hans-Helmut Decker-Voigt verriet.

Die Allgemeine Zeitung der Lüneburger Heide hat in Zusammenarbeit mit ihrem Kolumnisten Prof. Hans-Helmut Decker-Voigt eine „untypische Interviewserie“ mit den Bürgermeisterkandidaten aus der Hansestadt Uelzen, aus der Samtgemeinde Suderburg und aus der Einheitsgemeinde Bienenbüttel zur Kommunalwahl am 12. September konzipiert. Die fünf Kandidaten für die Samtgemeinde Suderburg haben wir in der vergangenen Woche vorgestellt. Aktuell stellen wir Ihnen nun – erneut in alphabetischer Reihenfolge – die beiden Bewerber für das Bürgermeister-Amt in Bienenbüttel vor. Gast heute: Fabian Huske. Er kandidiert in Bienenbüttel, ist parteilos, wird jedoch unterstützt von den Grünen, von der SPD und der KA.

Sie erben irgendwo auf der Welt eine Ferienwohnung – und wollen Sie nie verkaufen. Wo wäre diese?

Fabian Huske: Auf Gran Canaria – wegen der drei Klimazonen.

Wenn Sie außer der Kommunalpolitik oder Ihrem bisherigen Beruf einen anderen anstreben wollten – welcher wäre das?

Huske: Menschen begleiten hin zu sich selbst – etwas mit direkter Kommunikation.

Unter dem Wichtigsten, was Sie je gelernt haben – was wäre es?

Huske: Ziele stecken, vorbereitet sein, an sich und andere glauben.

Wir haben alle Vorurteile in der Menschheit. Welches würden Sie – wenn Sie könnten – als erstes tilgen?

Huske: Dass Reichtum nur mit Materiellem zusammenhängt.

Nennen Sie bitte einen Ihrer „Lieblingsorte“.

Huske: Die Feldmark in der Nähe meines Hauses.

Wünschen Sie sich eine historische Person, in deren Rolle Sie gerne einmal geschlüpft wären. Wer?

Huske: Christopher Columbus – wegen seiner Reisen in neue Länder.

Stellen Sie sich vor, Sie wären unsterblich – was ändert sich dann in Ihrem Leben?

Huske: Was für eine beängstigende Vorstellung…

Nehmen wir einmal die Zeit und deren unterschiedliche Tempi als Wasser, welches fließt. Was fließt für Sie am schnellsten: Tag, Woche, Monat, Jahr?

Huske: Jahre, wenn ich an das Aufwachsen meiner Kinder denke.

Gehen wir in Ihre Kindheit – haben Sie eine Erinnerung an ein besonders wichtiges Spielzeug?

Huske: Ein blauer Kuschelhase, der mir schon zur Geburt geschenkt wurde.

Wie gehen Sie mit Unvorhersehbarem um?

Huske: Möglichst wenig emotional, möglichst schnell sachorientiert.

Sie erkennen einen Fehler, den Sie machen – wie beurteilen Sie selbst Sie Ihren Umgang damit?

Huske: Analytisch und daraus lernend.

Stichwort Märchen – welches fällt Ihnen vielleicht gerade ein?

Huske: Hänsel und Gretel wegen der Geschwisterliebe – ich bin ein Zwilling.

Wer waren Bezugspersonen, die Sie prägten: ein positives Beispiel?

Huske: Meine Eltern. Die Mutter mit ihrer Genauigkeit, der Vater mit seiner Zielstrebigkeit.

Ein besonders wichtiger Film der Ihnen jetzt gerade einfällt?

Life in a Year: – ein Drama um das Thema Liebe in allen Lebenssituationen voll ausschöpfend.

Derzeit amtiert Papst Franziskus. Sie haben eine Privataudienz mit ihm. Wenn Sie darin nur einen Satz zu ihm sagen könnten, wie würde der lauten?

Huske: Mach Dich weiter stark für den Frieden in der Welt.

Das Beste am Älterwerden ist... – ergänzen Sie diesen Satz bitte.

Huske: ...gelassener zu werden.

Angenommen, Sie denken über sich und Ihre Nachwelt nach – was wäre es, womit Sie der Nachwelt gerne bekannt bleiben würden?

Huske: Die gute Atmosphäre in meiner Nähe.

Wir sind oft Folge von geschichtlichen Ereignissen durch unsere Medien – selten als Person. Wenn Sie nun infolge irgendeines Ereignisses in der Geschichte anwesend sein könnten – wo würden Sie dies gerne sein?

Huske: Während des Entdeckungsprozesses von Thomas Edison – bei seiner Glühbirne.

Manchmal wollen wir – wenn auch nur für eine Stunde – verschwinden, unsichtbar sein. Wohin würden Sie gehen?

Huske: In den Wald, wo ich beim Aufblicken Baumwipfel sehe.

Bitte nehmen Sie jetzt einen anderen Platz ein, so, dass Sie den Platz sehen können, auf dem Sie eben saßen. Beschreiben Sie bitte einmal, wie ist der Mensch, der da eben noch saß?

Huske: Sympathisch, offen, ehrlich, überlegt.

Gibt es eine Frage, die ich Ihnen noch stellen soll – damit Sie diese beantworten können?

Huske: Weshalb ich Politik anstrebe – nicht um der Politik Willen, sondern für die Menschen in meiner Gemeinde.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

Die Fragestellungen dieser Serie wurden angeregt von:

• „Erzähl mal!“, Das Familienquiz (E. van Vliet)

• Evelyn McFarlane/James Saywell: „Das Buch vom Wenn“ (Herder, 2000)

• Roger-Pol Droit: „Fünf Minuten Ewigkeit – 101 philosophische Experimente“ (Hoffmann und Campe, 2002)

• oder stammen aus Interaktionsspiel-Sammlungen der Seminare von Hans-Helmut Decker-Voigt und Paolo J. Knill

Der Interview-Gast – Fabian Huske

• geboren 1981 in Uelzen

• Jüngster von drei Brüdern

• aufgewachsen in Niendorf II

• durch die Liebe hat er 2003 Bienenbüttel kennengelernt

• seit 2009 im Ortsteil Edendorf wohnhaft

• geschieden, Vater zweier „wundervoller Kinder“

• nach dem Abitur am Herzog-Ernst-Gymnasium (HEG) in Uelzen Verwaltungsausbildung beim Land Niedersachsen

• Diplom-Verwaltungsbetriebswirt (FH) bei der Bundesagentur für Arbeit

• seit 2017 Geschäftsführer des Jobcenters Lüchow-Dannenberg

• Arbeitspriorität: Moderne Führungs-/Organisationstrukturen, die die Verwaltung aus Bürgersicht mitdenken

• Freizeitliches: Sport, Hörbücher um Themen wie Liebe, soziale Beziehungen und Kommunikation

Der Hintergrund – Wer stellt die Fragen?

Hans-Helmut Decker-Voigt, Prof. Dr. Dr. h.c.mult.

• ist seit 1980 Kolumnist der AZ

• Studium der Musik und Erziehungswissenschaften in Deutschland, Expressive Therapie und Psychologie in den USA

• Lehrstuhlinhaber und Gründungsdirektor des Instituts für Musiktherapie der Hochschule für Musik und Theater Hamburg von 1990 bis 2010, Übersetzungen in 16 Sprachen

• letzte Gastprofessur in St. Petersburg 2019/2021

• mehrfacher Ehrendoktor, unter anderem der Medizin und der Kunstwissenschaften

• Schriftsteller (Roman, Erzählung, Kolumne)

• Gründungsmitglied des Verbandes deutscher Schriftsteller

• Mehr im Internet auf www.decker-voigt-archiv.de

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