SPD und CDU/FDP/RRP-Gruppe im Kreistag ziehen Anträge zu Schulbezirken zurück

Politik beugt sich Protesten

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Die geplante Freigabe der Schuleinzugsbezirke im Kreis würde unter anderem das Uelzener Lessing-Gymnasium, hier eine Szene aus dem Unterricht, betreffen. Doch jetzt haben die SPD und die Mehrheitsgruppe im Kreistag diesen Antrag auf Eis gelegt.

Uelzen/Landkreis. „Dieses Vorhaben ist mit zu heißer Nadel genäht. Wir nehmen jetzt Luft aus dem Thema heraus. “ Jacques Voigtländer, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, zeigt sich ebenso wie der Chef der CDU/FDP/RRP-Gruppe, Claus-Dieter Reese, einsichtig.

Die Kritik aus Politik und Elternschaft an der beantragten Freigabe der Schuleinzugsbezirke und einer Umwandlung der KGS Bad Bevensen in eine Angebotsschule für den gesamten Landkreis war einfach zu groß. Deshalb haben die SPD und die Gruppe nun in enger Abstimmung ihre Anträge zurückgezogen. Reese hat das entsprechende Schreiben gestern an den Landkreis geschickt.

Eine Freigabe der Schulbezirke – davon wäre vor allem das Uelzener Lessing-Gymnasium betroffen gewesen – und die Pläne für die KGS seien „im Nordkreis komplett abgelehnt worden“, sagt Reese im AZ-Gespräch. Vor allem Bienenbütteler, Ebstorfer und Bevenser hätten Befürchtungen geäußert, dass es im Fall einer Ausweitung der KGS-Schulbezirke auf den gesamten Kreis zu stark steigenden Anmeldezahlen kommen würde. Die Folge wäre ein Losverfahren für die Vergabe der KGS-Plätze gewesen, bei dem möglicherweise Südkreis-Schüler den Zuschlag bekommen hätten, Bevenser aber abgewiesen worden wären.

„Ein solcher Kreistagsbeschluss wäre nur mit ganz knapper Mehrheit gefasst worden“, glaubt Reese. „Doch so eine Änderung macht man nicht gegen einen Großteil von Eltern und Gemeinden.“ Deshalb trage man mit der jetzigen Rücknahme der Anträge diesen Bedenken Rechnung. Eine andere Forderung halte man dagegen aufrecht: Die Förderschulen im Kreis sollen zu einem Förderzentrum zusammengelegt werden. Darüber wird laut Reese demnächst der Schulausschuss des Landkreises diskutieren.

Auch Voigtländer hält den Rückzug der Anträge für sinnvoll. „Bei diesem Thema geht ein Riss durch den gesamten Landkreis. Die Emotionalität spielt auf allen Seiten eine zu große Rolle“, erklärt er. Trotzdem bleibe die SPD-Kreistagsfraktion, wie auch die CDU/FDP/RRP-Gruppe, bei ihrer Zielsetzung, die Abwanderung von Schülern aus dem Landkreis Uelzen in benachbarte Kreise zu verhindern.

Daher richten Voigtländer und Reese jetzt eine Anfrage an die Kreisverwaltung. Sie wollen wissen, wie viele Schüler in den vergangenen Jahren in umliegenden Kreisen beschult wurden, wie der aktuelle Stand ist und welche künftigen Schülerströme prognostiziert werden. Die Zahlen sollen der Politik als Basis für weitere Entscheidungen dienen. „Wir wollen früh genug ein Signal bekommen, falls ein Schulstandort gefährdet sein sollte“, betont Reese.

Von Bernd Schossadowski

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