Investorengruppe drängt auf Entscheidung

Politik berät über „Hanse Hof“: Debatte um Dach und Balkone

+
Die Investorengruppe ist bereit, die Dachkonstruktion noch einmal zu überarbeiten, so zeigt der Entwurf den Bereich grau gefärbt.

Uelzen. 453 große Schritte sind es von der leer stehenden Kaufhalle zum Büro von Burkhard Schenk, Steuerberater und Geschäftsführer der Lüneburger Straße GbR. Hinter der GbR steht die Investorengruppe, die die Kaufhalle erworben hat und umbauen will.

Uelzens „Hanse Hof“ soll entstehen – mit 37 Mietwohnungen und mehr als 1300 Quadratmetern Gewerbefläche.

Bisher traten die Investoren nicht in Erscheinung, „Wasserstandsmeldungen“ kamen von der Stadtverwaltung. Nun aber melden sich die Investoren, in Gestalt von Geschäftsführer Burkhard Schenk, zu Wort – zu einem Zeitpunkt, an dem Uelzens Politik über das Projekt berät und es Ratsherren und -frauen gibt, die ihre Schwierigkeiten mit der geplanten Gestaltung des „Hanse Hofes“ haben.

In seinem Büro erläutert Burkhard Schenk im Gespräch mit der AZ die Umbaupläne, zeigt Grafiken. Er berichtet von Beratungen mit der Stadtverwaltung, in deren Folge „Entwürfe für den ,Hanse Hof‘ mehrfach überarbeitet wurden.“ Die Politik hat bei dem Projekt ein Mitspracherecht durch den benötigten Bebauungsplan – Bebauungspläne regeln beispielsweise, wie hoch Gebäude sein dürfen oder was für Dachformen erlaubt sind. Höhe, Dachkonstruktion und auch geplante Balkone seien in den bisherigen Planungsschritten immer wieder auch angepasst worden, so Burkhard Schenk.

Ein letzter Entwurf wurde unlängst der Politik in nicht öffentlicher Sitzung des Zukunftsausschusses vorgelegt, durchgewunken wurde er dort nicht. Stattdessen fanden daraufhin mit Schenk und dem Projekt-Architekten Informationsabende für die Fraktionen statt, in denen Pläne und Gestaltung noch einmal erläutert wurden. Politiker sahen zu diesem Zeitpunkt noch Knackpunkte – und sehen diese teils auch jetzt noch. Klaus Knust von der SPD sagt, was der Politik wichtig ist: Das Gebäude müsse ins Bild der Lüneburger Straße passen.

Kritik wurde dem Vernehmen nach an der geplanten Höhe des Daches geäußert. Burkhard Schenk erklärt, man sei bereit, die Dachkonstruktion noch einmal anzupassen. „Das ist allerdings verbunden mit dem Verlust an Wohnraum im Gebäude.“

Die Gruppe Grüne, FDP, Linke und Piraten treiben vor allem die geplanten Balkone zur Lüneburger Straße um. Der Vorsitzende Karl-Heinz Schmäschke: „Die Gruppe spricht sich gegen Balkone aus.“ An der Lüneburger Straße gebe keine Wohnhäuser mit Balkonen, es werde ein Präzedenzfall geschaffen.

Burkhard Schenk betont, im Lauf der Planungen seien die Balkone in der Tiefe bereits von 1,80 Meter auf 1,10 Meter reduziert worden. „Zum modernen Wohnen gehört aber, dass man Mietern einen Balkon anbietet.“

Für den Geschäftsführer ist klar: Es muss demnächst eine Entscheidung fallen – ansonsten könnten die Planungen der Investorengruppe nicht mehr weiter vorangetrieben werden. Die Aussage will er ausdrücklich nicht als Druck auf die Politik verstanden wissen. Vielmehr zeige sich, dass ein solches Bauvorhaben entweder jetzt oder gar nicht mehr realisiert werden könne. Schenk führt gestiegene Preise im Baugewerbe an. Über sich ändernde Zinssätze wolle er noch nicht nachdenken. Bei dem Projekt lasse sich ohnehin nur noch ein Gewinn erzielen, wenn die Gewerbefläche vermietet wird. Einen möglichen Mieter für die Gewerbefläche gibt es bislang nicht.

Kommende Woche Mittwoch, 6. Dezember, wird der Zukunftsausschuss sich erneut mit dem „Hanse Hof“ befassen. Diesmal in öffentlicher Sitzung, dafür habe er seine Zustimmung gegeben, sagt Schenk. Getagt wird ab 18 Uhr in Raum 102 des Rathauses.

Von Norman Reuter

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare