Dauerfrost ab Sonntag: Landwirte sehen’s positiv, Mediziner raten zur Vorsicht

Polarkälte trifft die Heide

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Dauerfrost steht an: Das kann zu manch schönem Naturschauspiel führen, und die Landwirte sehen´s auch positiv. Die Menschen sollten sich aber warm einpacken, rät Dr. Gerhard Wermes.

Uelzen/Landkreis. Die Heidebewohner müssen sich zum Start des meteorologischen Frühlings auf klirrend kalte Tage einstellen: Kaltluft vom Nordpol und aus Sibirien strömt heran.

Ab Sonntag erwartet die Region eine Kältewelle, die in dieser Form zuletzt Anfang März 1987 zu erleben war. Strenger Dauerfrost ist angesagt.

Auf dem Thermometer werden Temperaturen von minus 3 bis minus 11 Grad abzulesen sein – gefühlt wird es noch kälter (minus 5 bis minus 15 Grad). Die Ursache für die eisigen Temperaturen Ende Februar: Ein sogenannter „Arctic Outbreak“. In der arktischen Atmosphäre hat sich in einer Höhe von 15 bis 50 Kilometern ein Hoch gebildet, welches das eigentlich dort liegende Polartief Richtung Westen treibt.

Die Landwirte können dem Wetterphänomen Positives abgewinnen. Der durch die Niederschläge matschige und von Fahrzeugen zusammengedrückte Boden wird durch den Frost aufgerissen und dadurch gelockert. Im Boden verbliebene Kartoffeln überleben den Frost nicht, was das Bestellen der Flächen im Frühjahr erleichtern wird.

Aus medizinischer Sicht ist jedoch Vorsicht geboten, wie Dr. Gerhard Wermes, Leiter des Gesundheitsamtes, meint. Menschen sollten bei eisiger Kälte bei geschlossenem Mund durch die Nase atmen, rät er – durch die Schleimhäute wird die Luft etwas erwärmt, trifft so die Lunge nicht eiskalt. Das beuge einer Bronchitis oder gar einer Lungenentzündung vor. Zurzeit leiden bereits viele Personen unter einer Erkältung oder einer Grippe. Menschen sollten sich warm halten, viel trinken, aber für die benötigten Abwehrkräfte bei Sonnenschein auch spazieren gehen, so wird im Körper Vitamin D gebildet.

Von Norman Reuter und Reinhard Zakrzewski

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