Neues Abfallrecht im Kreis Uelzen: Sperrmüll, Altkleider, Altpapier und mehr betroffen

„Plündern“ nur mit Anmeldung

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Uelzen/Landkreis. Lange wurde darum gestritten – um das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz, das die Abfallwirtschaft in Deutschland auf eine neue Grundlage stellt. Das Gesetz ist nun am 1.

Juni in Kraft getreten und enthält wichtige Änderungen für private Unternehmen und gemeinnützige Organisationen, die Abfälle aus Privathaushalten einsammeln.

So sind alle privaten Haushalte verpflichtet, ihre Abfälle grundsätzlich dem öffentlich rechtlichen Entsorgungsträger zu überlassen – das ist im Landkreis Uelzen der Abfallwirtschaftsbetrieb, kurz awb genannt. Unter bestimmten Bedingungen erlaubt das Gesetz auch gewerblichen und gemeinnützigen Unternehmen und Organisationen, Abfälle bei den Haushalten zu sammeln. Das gilt allerdings nur für sortierte Abfallsorten wie Metalle, Altpapier oder Altkleider. Das Einsammeln gefährlicher Abfälle aus Haushalten ist privaten Sammlern verboten. Ihnen werden umfangreiche Pflichten auferlegt. Werden diese nicht erfüllt, kann die Abfallbehörde des Landkreises Uelzen eine Sammlung untersagen.

Wer Abfälle zu gewerblichen oder gemeinnützigen Zwecken sammeln will, muss dies spätestens drei Monate vor Beginn der Sammlung bei der Unteren Abfallbehörde des Landkreises Uelzen anmelden.

Für gewerbliche oder gemeinnützige Sammlungen, die bereits vor dem 1. Juni durchgeführt wurden und die danach weiter aufrechterhalten werden sollen, muss die Mitteilung bis zum 31. August erfolgen. Dauerhafte und fest strukturierte Formen – zum Beispiel über ortsfeste Altkleidercontainer oder wie beim Altpapier über Ausgabe von Tonnen an die Haushalte – fallen ebenso unter die neuen Regelungen wie gelegentliche Sammlungen von Schrott oder Kleidung oder auch das professionelle „Plündern“ des an den Straßen zur Abholung bereitgestellten Sperrmülls. Auch gemeinnützige Sammlungen aller Art – einschließlich örtlicher Sammelaktionen von Vereinen, beispielsweise für Weihnachtsbäume – fallen unter die Anzeigepflicht.

Klar regelt das neugefasste Gesetz auch die Entsorgung von ausgedienten Elektrogeräten und Geräteteilen. Gerade bei den organisierten Sperrmüllsammlern und Sammlungen, die häufig mittels Wäschekörben durchgeführt werden, sind Elektrogeräte wegen ihres Metallgehaltes sehr beliebt. Elektrogeräte dürfen jedoch nicht privat gesammelt werden. Diese sind von ihren Besitzern entweder über den awb zu entsorgen oder an Händler bzw. Hersteller zurückzugeben. Der Landkreis Uelzen bietet mit dem Betriebshof Oldenstadt und dem Entsorgungszentrum Borg zwei Möglichkeiten, die Elektrogeräte kostenlos abzugeben. Auch ist eine gebührenpflichtige Abholung durch den awb möglich.

Wer eine gewerbliche oder gemeinnützige Sammlung ohne Anmeldung bei der Unteren Abfallbehörde durchführt oder verbotenerweise alte Elektrogeräte einsammelt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Bußgeld von bis zu 10 000 Euro rechnen. Handelt es sich um gefährliche Abfälle – wie Kühlgeräte, in denen die Kühlflüssigkeit noch enthalten ist – droht sogar ein Strafverfahren mit Freiheitsstrafe.

Weitere Informationen gibt es bei der Unteren Abfallbehörde des Landkreises Uelzen, (05 81) 8 23 15, oder beim Kundenberater des awb unter der kostenlosen Nummer (08 00) 2 92 08 00.

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