Schaustellerin Sara Schickler kann nach langer Pause wieder den Betrieb aufnehmen

Plötzlich war die Luft raus

Schaustellerin Sara Schickler steht auf einer der Attraktionen des Freizeitparks
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Schaustellerin Sara Schickler steht vor einem riesigen Dinosaurier. Er ist eine der Hauptattraktionen des Freizeitparks.

Ihr Beruf erfordert Anpassungsvermögen, selbstverständlich. Aber Corona? „Das war ein Schock“, sagt Sara Schickler. Sie betreibt mit ihrer Familie einen Hüpfburgen- und Freizeitpark. Seit Mai können die Schausteller nach langer Pause wieder auf Reisen gehen und gastieren im Zuge dessen erstmalig in Uelzen.

Uelzen - „So etwas kann doch nicht möglich sein, hier in Deutschland“, sagt Sara Schickler. Die Schaustellerin hätte niemals gedacht, dass ihre vierköpfige Familie in Deutschland durch das Coronavirus in Notlage geraten könnte. Umgeben von aufgeblasenen Dalmatinern und Giraffen steht sie vor einem riesigen Dinosaurier inmitten des Freizeitparks. Die Urzeitechse sei eine der Hauptattraktionen, erzählt Schickler und lächelt: „Da gehen auch die Erwachsenen gerne rauf“.

Die Hiobsbotschaft, dass der Betrieb pandemiebedingt bis auf Weiteres einzustellen sei, traf sie damals aus heiterem Himmel. So habe die Situation die Familie gezwungen, „von heute auf morgen“ Hüpfburgen, Kletterwände und Co. abzubauen und von Lübeck aus in die Heimat nach Lübtheen zu fahren, erzählt Schickler.

Den Schaustellern kam in der angespannten Situation zugute, dass sie im Gegensatz zu vielen anderen aus der Branche ein Grundstück besitzen. Sara Schickler weiß von vielen Kollegen zu berichten, die plötzlich in fremden Städten strandeten. Trotzdem habe sie sich zu Hause oftmals wie eingesperrt gefühlt, erzählt Schickler.

Die freie Zeit hat die Schaustellerin für Reparaturarbeiten genutzt. „Was anderes bleibt einem nicht übrig“, so Schickler. Ihr Mann arbeitete währenddessen als Lkw-Fahrer, um die Familie finanziell über Wasser zu halten.

In den vergangenen drei Tagen waren Schickler und ihr Team mit dem Aufbau der Hüpfburgen und der Einzäunung des circa 2000 Quadratmeter großen Geländes beschäftigt. Hinweise zu Stellplätzen erhalten sie häufig von Bekannten. Einer der Tipps hat sie jetzt das erste Mal in die Uelzener Gegend geführt.

Sara Schickler hofft, dass das Wetter in den kommenden Wochen mitspielt und dass sie täglich um die 100 Besucher begrüßen kann. Bis zum 22. August macht der Hüpfburgen- und Freizeitpark an der Adresse „Zum Moorfeld“ halt.

Nach den Strapazen der vergangenen Monate freut sich Sara Schickler einfach nur, das machen zu können, was sie liebt: „Draußen sein, frei sein und das Reisen erleben.“

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