Vertraulicher Statusbericht weist erneute Kostensteigerung für Audimax der Universität Lüneburg aus

Leuphana-Prestigebau: Und plötzlich sind es 100 Millionen

+
Hier entsteht ein Markenzeichen der Leuphana-Universität. Schlagzeilen machen aber die Kostensteigerungen. Das neue Audimax in Lüneburg wird jetzt erneut teurer.

Lüneburg. Das Raumschiff ist gelandet. Wenn die Sonne scheint, zeigt die Metallfassade an der Uelzener Straße ein überirdisches Gleißen. Mit dem neuen Audimax von Stararchitekt Daniel Libeskind schafft sich die Leuphana-Universität ein einprägsames Markenzeichen.

Bislang allerdings machte die Lüneburger Baustelle vor allem durch Kostensteigerungen Schlagzeilen. 

Rund drei Monate vor dem geplanten Eröffnungstermin dreht sich die Millionenspirale weiter: Inzwischen geht die Universität offenbar von fast 100 Millionen Euro für den Prestigebau aus.

Die Zahl, die jetzt bekannt wurde, stammt aus einem vertraulichen „Statusbericht“ für das Niedersächsische Wissenschaftsministerium. Demnach könnten sich die Kosten inklusive Prognosen und Risiken auf 97,8 Millionen Euro belaufen. Gegenüber der letzten von der Hochschule vorgelegten Nachtragsplanung über 87,2 Millionen Euro ist das eine weitere Steigerung von zwölf Prozent. Ursprünglich hatte die Universität das Vorhaben mit 57,7 Millionen Euro kalkuliert.

Leuphana-Sprecher Henning Zühlsdorff bestätigt die Zahl nicht. Er verweist darauf, dass die Hochschule in der Nachtragsplanung bereits auf Kostenrisiken hingewiesen habe. „Und Risiken können sich zu tatsächlichen Kosten entwickeln“, so Zühlsdorff. „Bei Maßnahmen dieser Größenordnung können immer Probleme zum Beispiel im Bauablauf auftreten.“ Gemeint sind etwa zusätzliche Kosten, weil die Gerüste länger gebraucht wurden, und eine allgemeine Preissteigerung im Bausektor.

Für die Mehrkosten hofft die Hochschule weiterhin auf das Wort von Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Klajic anlässlich der vorigen Kostensteigerung, dass diese nicht auf Kosten von Forschung und Lehre gehen dürften. Der ursprünglich zugesagte Anteil des Landes beträgt 21 Millionen Euro. Bei einer Überschreitung des Zuschusses um mehr als 15 Prozent muss der Haushaltsausschuss des Landtages entscheiden, erklärt Jan Haude, Sprecher im Ministerium für Wissenschaft und Kultur.

Grundlage dieser Entscheidung ist weiterhin die – inzwischen offenbar überholte – zweite Nachtragsplanung der Leuphana über 87,2 Millionen Euro. Diese Planung wird derzeit laut Haude von der Oberfinanzdirektion Niedersachsen geprüft.

Die Leuphana geht nach Worten von Sprecher Zühlsdorff davon aus, dass sie das Audimax und die zugehörigen Gebäude Ende Januar bezieht. Das bestätigt auch Jan Haude. Er fügt aber hinzu: „Der Terminplan bleibt aber weiterhin kritisch.“

Von Gerhard Sternitzke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare