Kommentar von AZ-Redakteur Norman Reuter zum Thema Parkpalette am Uelzener Bahnhof 

Pleiten, Pannen, Parkhausbau

Die bisherige Parkpalette am Bahnhof ist abrissreif. Ein Neubau wird 3,2 Millionen Euro teurer als bisher angenommen.
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Die bisherige Parkpalette am Bahnhof ist abrissreif. Ein Neubau wird 3,2 Millionen Euro teurer als bisher angenommen.

Uelzen – Fest steht: Die Tage der Parkpalette am Uelzener Bahnhof sind gezählt. Im kommenden Frühjahr wird die Zufahrt gesperrt. Gravierende Mängel am Bau erlauben eine weitere Nutzung nicht – nach noch nicht einmal 30 Jahren. Das allein lässt einen bereits staunen.

Jeder Hausbesitzer, der nach einer solchen Zeit die Abrissbagger für sein Eigenheim bestellen müsste, würde wohl bitterlich weinen, weil er womöglich noch nicht einmal den Bau abbezahlt hätte.

Allein der frühe „Zerfall“ des Bauwerks ist es aber nicht gewesen, der die Diskussionen in den vergangenen Monaten bestimmte. Denn kaum war ein Neubau von der Politik mit 400 Stellplätzen befürwortet worden, kletterten die Kosten in die Höhe – von sieben Millionen Euro auf 10,2 Millionen Euro. Argumentiert wurde, bei dem zunächst genannten Betrag habe es sich noch um eine Kostenschätzung gehandelt. Die detaillierten Planungen brachten dann die Wahrheit ans Licht – nur hatte sich da die Politik schon entschieden und schrie Zeter und Mordio. Die Vorgehensweise ist hoffentlich ein Lehrstück dafür, wie man künftig bei solchen Großprojekten arbeiten sollte.

Und als wäre das Maß nicht schon voll, verkalkuliert sich die Uelzener Verwaltung auch noch um mehr als eine Millionen Euro bei den erhofften Fördergeldern. Wieder machen Politiker lange Gesichter. Und CDU und SPD setzen finanzielle Grenzen.

Mehr als 8,3 Millionen Euro dürfe der Bau jetzt nicht mehr kosten. Planer und Verwaltung sind guter Dinge, dass mit neuen Plänen die Marke auch nicht gerissen wird. Es gebe einen einkalkulierten Sicherheitspuffer. Aber zur Wahrheit gehört auch, dass die Planungen noch nicht abgeschlossen sind, noch nicht ein Gewerk in Zeiten einer überhitzten Baubranche ausgeschrieben wurde und auch noch kein Förderbescheid vorliegt.

Immer wieder ist in den politischen Beratungen darüber gesprochen worden, welche Bedeutung der Uelzener Bahnhof für Menschen hat, die für die Arbeit nach Hannover, Celle oder Hamburg pendeln. Das Parkhaus sei ein Service für sie und all jene, die mit der Bahn fahren wollen. Auch wolle Uelzen attraktiv für Neubürger sein. Angesichts solcher hehren Ziele und der Bedeutung, die dem Projekt zugeschrieben wird, wundert es einen, wie fahrlässig bisher vorgegangen wurde.

VON NORMAN REUTER

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