Pläne für Berufsschul-Campus wirken sich auf Hermann-Löns-Schule aus

Bolzplatz soll Parkhaus weichen

Der Campus der Universität Koblenz-Landau
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Der Berufsschul-Campus Uelzen, der aktuell entworfen wird, stößt auf großes Interesse – ähnlich wie einst der Campus der Universität Koblenz-Landau (im Bild), der auf dem Gelände einer Bundeswehr-Kaserne errichtet wurde.
  • Lars Becker
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Das millionenschwere Projekt „Berufsschul-Campus“ des Landkreises Uelzen ist spätestens jetzt in der Stadtpolitik angekommen.

Im Ausschuss für Zukunftsplanung, Stadt-, Ortsteil- sowie Quartiersentwicklung und Wirtschaft (AZEW) stellte Eckhardt Meier, Fachbereichsleiter Gebäudemanagement Uelzen/Lüchow-Dannenberg, zunächst den Planungsstand vor, ehe es um den Aufstellungsbeschluss für den entsprechenden Bebauungsplan ging.

Bekanntlich soll zwischen Wilhelm-Seedorf-, Esterholzer und Heinrich-Meyerholz-Straße im Zeitraum von 2023 bis 2028 ein großes Unterrichtszentrum für Berufschüler entstehen (AZ berichtete mehrfach). „Ich gebe zu: Das Wort Campus bezeichnet eigentlich das Gelände einer Universität oder Hochschule, wir haben es aber trotzdem sehr bewusst gewählt. Das Außengelände soll so gestaltet werden, dass es eine hohe Aufenthaltsqualität bietet“, so Meier, der von einem sehr wichtigen Projekt für Uelzen sprach, das dazu geeignet sei, den Namen der Hansestadt bekannt zu machen.

Auf der Bildungsmesse „Didacta“ in Stuttgart, auf einem Symposium in Berlin und im schweizerischen St. Gallen seien die Pläne bereits auf sehr großes Interesse gestoßen. Dass die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) einen Förderantrag positiv beschieden habe, spreche ebenfalls für die Bedeutung. Denn: „Die DBU stellt sehr hohe Voraussetzungen und fördert pro Jahr höchstens zehn Leuchtturmprojekte, Wir rechnen damit, weitere Förderungen einholen zu können“, so Meier.

Die DBU hat unter dem Projekttitel „Ressourcen- und kreislaufgerechtes Bauen am Beispiel Berufsschulcampus Uelzen“ für den Planungszeitraum bis Dezember 2023 exakt 498 428 Euro als Förderung gebilligt. Der BBS-I-Standort Scharnhorststraße soll bekanntlich auf den Campus wechseln, dort an der Wilhelm-Seedorf Straße ist die BBS I ja auch ansässig. Die BBS II (Georgsanstalt) wird angebunden.

Nördlich der Hermann-Löns-Grundschule, die ebenfalls auf dem Campus-Gelände liegt, entsteht ein Parkhaus mit vier Ebenen für bis zu 400 Fahrzeuge. Der Bolzplatz der Hermann-Löns-Schule muss für das Parkhaus weichen, dafür entstehen laut aktuellen Plänen ein neues Ballspielfeld sowie eine Laufbahn mit Sprunggrube. Der Verkehrsschulplatz bleibt erhalten, wobei aber die Flächen deutlich entsiegelt, also grüner werden sollen.

„Ziel ist es, den Individualverkehr möglichst stark zu reduzieren. Die 350 notwendigen Stellplätze wären auf dem Grundstück selbst nicht zu realisieren, deshalb planen wir das Parkhaus auf dem Grundstück der Hermann-Löns-Schule. Hier wird aktuell das Verkehrsgutachten erstellt“, verwies Eckhardt Meier auf die hohe Bedeutung von Fahrrädern und des ÖPNV. An der Wilhelm-Seedorf-Straße, wo der Haupteingang liegen soll, könnte sogar eine direkte Busvorfahrt entstehen. Der vergleichsweise lange Fußweg vom Parkhaus zur Schule solle dazu führen, dass sich die Schüler für andere Verkehrsmittel entscheiden.

Rainer Schimmel, beratendes Ausschussmitglied, kritisierte die fehlende Öffnung des Campus‘ zur Stadt hin. „Die Öffnung in die Wildnis erscheint mir nicht logisch“, erklärte er. Die neuen und bestehenden Gebäude der Berufsschulen sollen miteinander verbunden werden, Eingänge sind von mehreren Seiten geplant, dazu eine Begrünung auch innen – sogar mit Bäumen. Mensa-Gäste sollen auch unter freiem Himmel essen können.

Der AZEW-Ausschuss befürwortete in der vergangenen Woche einstimmig den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan des 7,4 Hektar großen „Berufsschul-Campus“. Das letzte Wort hat der Uelzener Rat am Montag, 27. September.

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