„Planung muss schubladenreif sein“

Polizisten begutachten das zerstörte Rad der 16-Jährigen, die kürzlich zwischen Hansen und Klein Süstedt von einem Auto erfasst und schwer verletzt wurde. Jetzt appelliert Ortsbürgermeisterin Brigitte Schufmann an Uelzens Rat und Verwaltung, sich für den Bau eines Radwegs einzusetzen. Foto: Ph. Schulze

Uelzen. Auch eine Woche nach dem schweren Unfall auf der Kreisstraße 8 zwischen Hansen und Klein Süstedt, bei dem eine 16-jährige Radfahrerin von einem Auto erfasst wurde (AZ berichtete), sitzt der Schock bei Holdenstedts Ortsbürgermeisterin Brigitte Schufmann tief. Auf der Sitzung des Uelzener Stadtrates richtete sie jetzt einen flammenden Appell an Politik und Verwaltung, die Pläne für den Bau eines Radweges entlang der K 8 zu forcieren.

Die 16-Jährige war von dem Auto von hinten erfasst worden und zunächst auf die Motorhaube und danach in den Seitenraum geschleudert worden. Am Montag hat Schufmann nach eigenen Worten mit der Mutter des Unfallopfers gesprochen. „Das Mädchen ist noch auf der Intensivstation des Celler Krankenhauses. Es hat so schwere Verletzungen, unter anderem an den Wirbeln, erlitten, dass wir nicht wissen, ob es wieder vollständig hergestellt werden kann“, berichtete die SPD-Politikerin und fragte den Stadtrat: „Warum muss immer etwas passieren, bevor wir tätig werden?“

Der Bau des Radweges zwischen Hansen und Klein Süstedt sei überfällig, betonte Schufmann. Weil es sich dabei aber um eine Kreisstraße handele, „sind wir auf den Landkreis angewiesen“. Doch auf dessen Prioritätenliste ist der genannte Radweg erst für 2015 vorgesehen.

Deshalb bat Schufmann die Stadtverwaltung auf der Ratssitzung eindringlich, die Vorleistungen für den Bau zügig voranzutreiben: „Die Planung muss schubladenreif sein, wenn der Radweg an der Reihe ist“. Zugleich appellierte sie an die Stadtratsvertreter, die zugleich Mitglieder des Kreistages sind, sich für die Bereitstellung von Geldern für den Bau des Radweges einzusetzen.

Diesen Wunsch will Jacques Voigtländer, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, nach eigenen Worten nun in die politischen Gremien des Landkreises tragen. Er sieht für den Radweg-Bau an der K 8 „eine Chance – mit Verwendung von Mitteln aus den Blitzanlagen“. So werde die SPD-Fraktion in diesem Jahr erneut beantragen, einen Teil der Einnahmen aus den Geschwindigkeits-Messanlagen im Landkreis für die Förderung der Verkehrssicherheit zu verwenden. „Wir müssen Radwege bauen, wo das dringend geboten ist“, bekräftigte Voigtländer gegenüber der AZ.

Auch CDU-Ratsherr und Kreistagsabgeordneter Stefan Hüdepohl kündigte an, sich für den Radweg an der K 8 einzusetzen. Ob die Kreispolitik Schufmanns Aufruf folgen wird, vermochte Hüdepohl jedoch nicht zu beurteilen. „Das wird in den Haushaltsplan-Beratungen eine Rolle spielen“, meinte er. Genaueres könne er derzeit aber nicht sagen.

Von Bernd Schossadowski

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