Politik schockiert über neue Entwicklung beim Marktcenter

Was plant der Investor HBB?

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Uelzen. „Über Jahrzehnte haben wir ein vertrauensvolles Verhältnis zu Kommunen und Entscheidern aufgebaut. Die HBB gilt als zuverlässiger Projektpartner (...). “ So wirbt die Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft (HBB) auf ihrer Homepage um Kunden.

Doch in Uelzen teilt man diese Selbsteinschätzung des Hamburger Unternehmens vielerorts längst nicht mehr: Die Absage der Elektromarktkette Medimax für das neue Uelzener Marktcenter vergangene Woche war für die Verantwortlichen von Politik und Verwaltung ein Schock. Und in Uelzen stellt man sich nun die bange Frage, welche Firmen denn nun letztlich in das neue Einkaufszentrum einziehen sollen, das die HBB derzeit am Veerßer Tor baut.

Ein Verbrauchermarkt und ein Elektromarkt als Ankermieter – diese Vorgabe hatte es für die HBB gegeben. Mit Rewe ist der Supermarkt gefunden, das zweite „Schwergewicht“ in Form eines Elektronikanbieters, der auch auswärtige Kunden in die Stadt locken soll, wird der Investor wohl nicht präsentieren können.

Die Reaktionen in politischen Kreisen sind harsch: „Die HBB hat Fakten geschaffen. Und wir müssen feststellen: Wir sind ausgespielt worden“, sagt etwa Burkhard Schorling, Vorsitzender Piraten/RRP/FR-Gruppe. „Wenn es dazu kommt, dass ein Zugpferd im Center fehlen wird, das auch Käufer von außerhalb in die Stadt holt, wäre das bitter, sehr bitter.“

Stefan Hüdepohl (Gruppenvorsitzender CDU/Grüne) geht davon aus, dass es ohne einen Elektromarkt womöglich gar keine Ratsmehrheit für ein Marktcenter gegeben hätte.

: „Das wäre ein k.o.-Argument gewesen.“ Er erwarte jetzt eine rechtliche Aufklärung durch die Verwaltung.

Auch Klaus Knust, Vorsitzender der SPD-UWG-Gruppe im Stadtrat, ist mit der neuesten Entwicklung nicht glücklich: „Wir haben relativ häufig Zugeständnisse bei dem Bauprojekt gemacht. Die Situation ist jetzt wie sie ist. Es ist ein herber Rückschlag.“

Joachim Delekat (UWG) stellt sich die Frage, was die Stadt noch machen könne, wenn der Rohbau fertig ist. „Wir haben uns am Nasenring durch die Manege ziehen lassen.“ Doch wie sieht ein „Plan B“ aus für das Uelzener Marktcenter? Die HBB schweigt sich dazu aus. „Der Bau des Marktcenters geht wie geplant weiter“, heißt es lapidar auf eine Anfrage der AZ. Und weiter: „Um laufende Verhandlungen mit möglichen Mietern nicht zu gefährden, können wir leider noch nicht weitergehend Stellung nehmen.“ Nach AZ-Recherchen sollen neben Rewe ein Aldi-Markt und eine DM-Drogerie einziehen. Auf seiner Homepage verspricht der Investor derweil: „Ob große oder kleine Projekte – mit der HBB setzen Sie auf Erfolg mit Sicherheit.“

Von Norman Reuter und Thomas Mitzlaff

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