Das betrifft auch den privaten Grund

Pläne der Stadt Uelzen: Mehr Bäume sollen unter Schutz gestellt werden

Bäume ab einem bestimmten Umfang sollen unter Schutz gestellt werden.
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Bäume ab einem bestimmten Stammumfang sollen unter Schutz gestellt werden.
  • Norman Reuter
    vonNorman Reuter
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Die Hansestadt Uelzen plant: Künftig sollen mehr Bäume unter Schutz stehen. Das betrifft nicht nur die Bäume im öffentlichen Raum, sondern auch auf privatem Grund. Bei Fällungen sind Nachpflanzungen oder Ersatzzahlungen vorgesehen.

Uelzen – Künftig sollen in der Hansestadt Uelzen deutlich mehr Bäume unter einem Schutzstatus stehen. Dafür hat die Verwaltung am Dienstagabend den Entwurf zu einer überarbeiteten Baumschutzsatzung vorgelegt. Sie soll für das gesamte Stadtgebiet gelten, betrifft nicht nur die Bäume im öffentlichen Raum, sondern auch auf privatem Grund. Eigentümer sollen verpflichtet werden können, ihre Bäume zu pflegen. Außerdem sind klare Vorgaben zu Ersatzpflanzungen in dem Satzungsentwurf zu finden.

Der Entwurf sieht vor: Laubbäume sollen künftig bereits ab einem Stammumfang von 90 Zentimetern unter Schutz stehen. Bislang galt ein Umfang von 1,35 Meter. Bei Nadelbäumen greift die Baumschutzsatzung ab einem Umfang von 1,30 Meter. Bislang galt ein Umfang von 1,60 Meter. Obstbäume fielen bislang nicht unter die Baumschutzsatzung, sollen künftig ab 90 Zentimetern einen Schutzstatus besitzen. Wie Pierre-Pascal Berning von der Hansestadt Uelzen, der den Entwurf im Klimaschutzausschuss vorstellte, sagte, seien Obstbäume gerade für Insekten eine wichtige Nahrungsquelle.

Über eine sogenannte Anordnungsbefugnis soll sichergestellt werden, dass Bäume unter Schutzstatus von den Eigentümern auch entsprechend gepflegt werden. Die Stadt kann sie dazu entsprechend verpflichten.

Sollen Bäume gefällt werden, beispielsweise für Bauvorhaben, sind, wenn sie mit entsprechenden Stammumfängen unter die Schutzverordnung fallen, nach dem Satzungsentwurf Nachpflanzungen verpflichtend. Für jeden Baum unter Schutzstatus, der gefällt wird, sind demnach zwei neue zu pflanzen. Für jeden älteren Baum sind, abhängig vom Baumumfang, bis zu fünf neue zu pflanzen. Für den Fall, dass dafür kein Platz ist, sind Ersatzzahlungen ab 1000 Euro angedacht.

Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt sagte zu dem Entwurf: „Es ist jetzt der richtige Zeitpunkt für die Satzung.“ Es handele sich um eine eine der modernsten ihrer Art. Sie sei abgewogen und sehr detailliert.

Die Politik hat zu entscheiden, ob die Satzung in Kraft tritt und ob es noch zu Änderungen kommt. Vorab werden die Bürger angehört, sie sollen bereits zeitnah online ihre Meinung sagen können.

Der Bericht wird heute weiter fortlaufend ergänzt.

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