Uelzener Kameraden bekommen neues „TLF 4000“

340 Pferdestärken für Wehr

Bürgermeister Otto Lukat übergibt den TLF 4000 vor den angetretenen Kameraden. Foto: Jansen

Uelzen. „Das ist ein schöner Tag“ – die freiwillige Feuerwehr der Stadt Uelzen ist angetreten um den Neuen zu begrüßen. Drei Meter vier hoch, acht Meter lang, 18 Tonnen schwer und 340 Pferdestärken geballte Kraft, stehen vor den Kameraden.

„Imposant“, meinen viele abschätzend und die technischen Feinheiten hat Bürgermeister Otto Lukat parat, als er das „TLF 4000“ in der Feuerwehrgerätehalle an den Bartholomäiwiesen zur Feierstunde übergibt. „Und natürlich die Schlüssel“, grinst das Stadtoberhaupt, während es dem Ortsbrandmeister Reiner Seidel mit dem Schlüsselbund vor der Nase klimpert. Doch der lehnt bescheiden ab, „dafür habe ich keinen Führerschein“ und zeigt auf seinen Stellvertreter.

290 000 Euro hat das Fahrzeug gekostet und der Stadtrat, zum größten Teil bei der feierlichen Übergabe versammelt, habe bei seiner Zustimmung im Verwaltungsausschuss nicht eine Sekunde gezögert, „denn die Anschaffung des Fahrzeugs war von langer Hand entsprechend dem vorgelegten Konzept geplant“, lässt Lukat die Kameraden wissen. „Der geht ab wie Schmidts Katze.“

Als Modell gibt es ihn auch schon und Otto Lukat trägt sich auf der Bestellliste des Modellherstellers ein, der den Neuen aus Uelzen als Vorbild mit der kompletten Aufschrift der Uelzener Wehr in sein Sortiment aufgenommen hat. „Alles in allem: Ein voll ausgestattetes Fahrzeug das der Feuerwehr helfen wird, das Hab und Gut der Bürger zu schützen, zu Retten und zu erhalten“, sagt Reiner Seidel bevor es zur Generalsversammlung in den Saal geht.

„Ein ganz normales Jahr 2012“, beginnt Ortsbrandmeister Reiner Seidel seinen Jahresbericht und holt tief Luft. In Zahlen gesprochen, 239 Einsätze in 366 Tagen, rund 1118 Einsatzstunden waren 69 Kameraden für die Sicherheit ihrer Mitbürger unterwegs, wesentlich mehr Mitglieder der Wehr leisteten insgesamt 3592 Dienststunden für Ausbildung und Bereitschaft ab. „Das sind umgerechnet bei 21 Arbeitstagen pro Monat zwei ganze Jahre reine Arbeitszeit, die unsere Wehr im Jahr 2012 leistete.“ Für Außenstehende nur schwer verständlich, dass Menschen mitten unter uns für die Sicherheit ihrer Stadt so viele Stunden aufwenden. Besonders ärgerlich, betont Seidel sind die Fehlalarme und darunter die mutwillig ausgelösten Fehlalarme, zu denen Feuerwehrleute nachts aus dem Tiefschlaf gerissen werden, um dann festzustellen, dass es Menschen gibt, die sich über ihre bedingungslose Bereitschaft lustig machen. „Schmerzhaft.“ Auf der anderen Seite umso erfreulicher, dass viele Arbeitgeber ihre Mitarbeiter für den lebensrettenden Dienst freistellen, betonen die Führungskräfte bei der 146. Generalversammlung der Uelzener Feuerwehr. Für viele der Feuerwehrleute ist die Feuerwehr mehr als nur ein Hobby. Sie sind bereit Stunden für die qualifizierte Ausbildung zu opfern, einen bedeutenden Teil ihrer Freizeit, vielfach einen Teil ihres Familienlebens auf die erforderlichen Dienste einzustellen. Die starke Gemeinschaft und der Zusammenhalt, sagen die einen, sei die Motivation. Andere sehen bei der Arbeit in der Wehr eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, die jeden der mitmacht körperlich und geistig fordere, je nachdem welche Fortbildungen, Aufgaben und Funktionen der Einzelne übernimmt. Besonderes Augenmerk legen die Wehren seit Jahren auf die Brandschutzerziehung in Kindergärten und Grundschulen, die mit besonderer Sorgfalt von Dennis Schulz und Peter Czekalla übernommen wird. Probleme bereite die digitale Alarmierung und der Digitalfunk. Beides Probleme die kurzfristig gelöst werden müssen, stellt der Ortsbrandmeister fest, der auch schon verschiedene Ansätze mitgebracht hat. „Ich habe das zwar nicht alles verstanden“, gibt es zu, als er von einem Gespräch mit einem avisierten Fachmann berichtet, „aber das klang sehr kompetent.“

Von Angelika Jansen

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