Verdi plant mit Mitarbeitern des Klinikums Protest-Aktion

Personal befürchtet Ausgliederung

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Labore müssen von Ärzten geleitet werden. Für den Chef in diesem Bereich des Uelzener Klinikums wird demnächst Ersatz benötigt. Eine Möglichkeit ist eine Ausgliederung an eine externe Labor-Firma. Dass das Personal des Labors ebenso wie die Nutzung von Geräten ausgegliedert wird, kritisiert Verdi.

Uelzen. Sie fordern, dass in Tarifverträge eine soziale Absicherung eingearbeitet wird. Bei einer Protestaktion am Dienstag, 28. Januar, um 16.15 Uhr auf dem Uelzener Herzogenplatz will die Gewerkschaft Verdi die Sorgen des Personals um Ausgliederung in andere Gesellschaften der Öffentlichkeit verdeutlichen.

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Henning Tech, Gewerkschaftssekretär und zuständig für die Kliniken in der Lüneburger Heide, berichtet von Ängsten vieler Mitarbeiter nach der Übernahme der Rhön-Kliniken durch den Helios-Konzern. „So ein Deal wird ungefähr drei Millionen Euro gekostet haben“, sagt Tech und vermutet, dass die Ausgaben über Kürzungen beim Personal ausgeglichen werden sollen. „Die Sorge der Mitarbeiter ist aus unserer Sicht auch berechtigt.“

Als Beispiel für anstehende Veränderungen führt Tech die geplante Ausgliederung des Labors an. Die 15 bis 20 Mitarbeiter sollen bei einer neuen Labor-Firma beschäftigt werden. Diese Pläne würden Ängste schüren, dass als Nächstes auch Bereiche wie die Physiotherapie oder die Verwaltung ausgegliedert werden sollen, erklärt er.

Zum bevorstehenden öffentlichen Protest nimmt auch Klaus-Peter Dehde vom SPD-Unterbezirk Uelzen-Lüchow-Dannenberg Stellung. „Helios darf keine Profitmaximierung auf dem Rücken von Beschäftigten und Patienten betreiben“, sagt er, „zeigen wir uns solidarisch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“

Nach Angaben von Franz Caesar, Geschäftsführer im Klinikum Uelzen, war eine Ausgliederung des Labors schon vor der Übernahme durch Helios geplant. Da der bisherige ärztliche Leiter des Labors im Klinikum Uelzen in den nächsten Jahren aus Altersgründen ausscheide, müsse eine Lösung gefunden werden – und die gebe es durch das Labor-Unternehmen, mit dem der Gesundheitskonzern Helios zusammenarbeite.

Franz Caesar

Von Personalabbau beim Klinikum Uelzen könne ohnehin nicht die Rede sein: Helios übernehme das Klinikum „mit all seinen Verträgen“, betont er. Dehdes Positionierung findet er daher „unverständlich“. „Das momentane Motto der Verdi-Vertrauensleute vor Ort ist: ,Wir wissen zwar nicht, was kommt, sind aber auf jeden Fall dagegen’“, sagt Caesar. „Glücklicherweise war das nicht immer so, sonst hätten wir unsere 600-Jahre-Feier vor zwei Jahren im Armen- und Siechenhaus St. Viti und nicht in einem der modernsten Krankenhäuser Niedersachsens gefeiert.“

Von Diane Baatani

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