Die 17-jährige Jana Barenschee ist Musikerin mit „großem Ausdruck“ / Teilnahme an Wettbewerb

Am Persischen Golf greift sie zur Flöte

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Die 17-jährige Jana Barenschee aus Ebstorf spielt Klavier und Querflöte – am Sonnabend will sie als Flötistin mit Werken von Bach, Mozart und Ibert beim Regionalentscheid von „Jugend musiziert“ überzeugen.

Uelzen/Landkreis. Es sind Verszeilen des Dichters Eichendorff, die Jana Barenschee Halt geben: „Es war, als hätt’ der Himmel die Erde still geküßt. . .

“ Aus dem Gedicht „Mondnacht“ stammen sie, das sich die 17-Jährige still aufsagt, wenn die Nervosität sie zu übermannen versucht. Vor Auftritten. Jana Barenschee aus Ebstorf ist Musikerin, mit „viel Ausdruck“, wie ihre Lehrerin an der Uelzener Musikschule Christine Hagemann lobt.

Querflöte und Klavier spielt die 17-Jährige, und überzeugte bereits auf Landesebene bei „Jugend musiziert“. Am Sonnabend wird die Schülerin wieder Teilnehmerin des Musik-Wettbewerbs sein, der zur Förderung junger Talente ausgerichtet wird. Er startet mit einem ersten Regionalausscheid in Lüneburg.

Bach, Mozart, Ibert – Jana Barenschee „feilt“ mit der Querflöte seit Monaten an Werken der drei Komponisten. „Eine bis eineinhalb Stunden übe ich täglich “, berichtet Jana Barenschee. Die 17-Jährige will nicht nur bei „Jugend musiziert“ überzeugen, sie hat noch größere Pläne.

Nach den Abiturprüfungen in diesem Frühjahr am Lessing-Gymnasium will sie bei Aufnahmeprüfungen an Musikhochschulen vorspielen. „Über Jahre war die Musik ein schönes Hobby; in den beiden vergangenen Jahren wuchs dann der Wunsch, sich auf die Musik konzentrieren zu können.“ Das kommt nicht von ungefähr: Die Liebe zur Musik ist in ihrer Familie verankert.

Der Großvater war Berufsmusiker, der Bruder spielt Klarinette. Als kleines Mädchen setzt sich Jana Barenschee ans Klavier. Als die Familie für drei Jahre aus beruflichen Gründen nach Katar zieht, nimmt in ihrem Leben die Musik einen immer größeren Raum ein.

Am Persischen Golf erfolgt Musikunterricht in der Regel für Menschen, die zwei Instrumente spielen. So wählt Jana Barenschee noch die Querflöte – aus pragmatischen Gründen, wie sie sagt: Blechblasinstrumente spielte der Großvater; die Oboe sei ihr aber zu exotisch gewesen, und der Bruder hatte sich der Klarinette verschrieben. Ihre Wahl bereut sie nicht. „Es ging auf Anhieb.“ Und sie habe auch schnell Fortschritte gemacht. Müsste sie sich jetzt für eines ihrer beiden Instrumente einscheiden, sie würden die Flöte nehmen.

Das ist auch zu spüren im Saal der Uelzener Musikschule in Oldenstadt, wo Barenschee vor der Teilnahme am Wettbewerb „Jugend musiziert“ noch ein Vorspiel für Familie und Musikschulangehörige gibt. Eine Art Generalprobe.

Auf dem Programm steht auch das vorbereitete Stück von Jacques Ibert. Ein anspruchsvolles Werk des Komponisten der Moderne, bei dem deutlich wird, was mit einer Querflöte musikalisch möglich ist. Mal klagend, mal fröhlich kommt sie daher. Jeder Atemzug, jeder Griff auf die Klappen muss sitzen.

Ihre Musikschullehrerin ist aber angetan: „Intonation, Technik, Klang – optimal“, urteilt Christine Hagemann. Wenn Jana Barenschee so überzeugend spiele, seien ihre Chancen beim Wettbewerb gut. Die Musikerin selbst sieht noch Arbeitsfelder: „Es gab schon Stellen, bei denen ich mich vergriffen habe“, urteilt sie selbstkritisch.

Aufregung war diesmal kein Problem. Sollte es eines am Sonnabend werden, hat Jana Barenschee ihren Eichendorff.

Von Norman Reuter

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