Bauernverband Nordostniedersachsen arbeitet am Landwirt-Image

„Permanent am Pranger“

Uelzen. Die Hühnertrockenkot-Debatte ist den Landwirten des Bauernverbandes Nordostniedersachsen ein Dorn im Auge.

„Wir stehen permanent am Pranger“, verwies der Vorsitzende Thorsten Riggert bei der gestrigen gut besuchten Kreisversammlung in der Uelzener Stadthalle auf umstrittene Probleme bei Viehhaltung oder Ackerbau in den vergangenen Jahren, die das Geschäft der Landwirte beeinflussten.

Juliane von der Ohe aus Natendorf griff ebenfalls auf, dass der Mehrer Geflügelmäster Niels Odefey einen Hühnertrockenkot-Haufen auf einem Nachbargrundstück untersuchen ließ (AZ berichtete) und forderte die Mitglieder des Bauernverbandes unter dem Stichwort Solidarität zu einem gemeinsamen Auftreten auf. Sie kritisierte, dass Landwirte gegen Landwirte vorgingen und „sich gegenseitig denunzieren“. „Das dürfen wir uns nicht gefallen lassen, weil wir dann Krieg haben.“ Sie hob hervor, dass Kollegen aus konventioneller und aus ökologischer Landwirtschaft miteinander auskämen, und kein Keil dazwischen getrieben werden dürfe. „Lasst uns das bitte nicht auf die leichte Schulter nehmen“, appellierte von der Ohe.

Landwirte müssten an ihrem Ruf arbeiten, betonte Riggert, ansonsten werde es für die Branche schwer, Nachwuchs zu finden. „Die Gesellschaft können wir natürlich nicht in einem Ruck verändern.“ Allerdings werde bereits daran gearbeitet, dass in Schulbüchern ein modernes Berufsbild dargestellt werde. Zudem habe der Bauernverband Aktionen an Schulen gestartet. In Diskussionsrunden beschäftigen sich Schüler mit Massentierhaltung, um anschließend die Arbeit in einem landwirtschaftlichen Betrieb zu besichtigen.

Auf stetige Fortbewegung hofft der Bauernverband. Dabei setzt er unter anderem auf die Bildung einer Milcherzeugergemeinschaft für den norddeutschen Raum, ähnlich wie die Dachorganisation der bayerischen Milcherzeugergemeinschaften und Liefergenossenschaften (Bayern MeG). „Wir haben keine Möglichkeit, Preise zu verändern“, erläutert Geschäftsführer Wolf Winkelmann das Vorhaben, „aber wir können versuchen, die Marktstruktur so herzurichten, dass wir ein Auskommen haben.“

Ein weiteres Thema beschäftigt den Verband: An der Planung der A 39 will er beteiligt sein. „Wir finden kein Gehör“, kritisiert Winkelmann. Der Bauernverband habe jedoch das Ziel, dass möglichst wenig Ackerflächen beim Bau der Autobahn in Anspruch genommen werden und wolle deutlich machen, „von welchen landwirtschaftlichen Flächen die Straßenbaubehörde auf jeden Fall die Finger lassen soll“, so Winkelmann.

Von Diane Baatani

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