Weltkrebstag: Chefarzt Prof. Lübbecke rät zur regelmäßigen Vorsorge

552 Patienten in Uelzen

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Uelzen. Bei 552 Patienten im Klinikum Uelzen ist im vergangenen Jahr Krebs festgestellt worden. Die meisten von ihnen erkrankten an Darmkrebs. Anlässlich des heutigen Weltkrebstages rät Chefarzt Prof. Dr. Friedrich Lübbecke vom Klinikum Uelzen einmal mehr zu regelmäßiger Vorsorge.

Wenn Menschen wie empfohlen ab dem 55. Lebensjahr Darmspiegelungen durchführen ließen, könnte die Heilungsquote verbessert werden, vermutet Lübbecke. So sei die Heilungsquote von 45 Prozent im Jahr 1980 bisher auf über 60 Prozent gestiegen.

Chefarzt Prof. Dr. Friedrich Lübbecke vom Klinikum Uelzen.

„Da sehe ich eindeutig Luft nach oben, wenn die Darmspiegelung konsequent angenommen wird“, sagt Lübbecke. „Bislang wird sie von der Bevölkerung nicht gut angekommen. Nur ein kleiner Prozentsatz nutzt dieses Vorsorge-Angebot.“ Das führt er auf die umständliche Methode zurück. Einen Tag Vorbereitung müssten die Menschen einkalkulieren und sich gegebenenfalls an dem Tag der Darmspiegelung freinehmen. Es gebe zwar auch alternative Präventionsmöglichkeiten, aber die hätten ebenfalls Nachteile. Eine Blutprobe etwa sei weniger zuverlässig, da dadurch nicht unbedingt Krebs erkannt werde. Zu einer aufwändigen Kernspint-Tomographie als Vorsorge rät der Internist ebenfalls nicht, denn wenn dabei eine Auffälligkeit entdeckt werde, müsse schließlich doch eine Darmspiegelung durchgeführt werden. Wenn das Ergebnis dieser endoskopischen Untersuchung vollkommen unauffällig ist, könne man zehn Jahre bis zum nächsten Mal warten, sagt Lübbecke.

Deutschlandweit gilt bei Männern der Prostata-Krebs als häufigste Krebssorte, bei Frauen ist immer noch der Brustkrebs am weitesten verbreitet, berichtet der Uelzener Facharzt für Innere Medizin. Im vergangenen Jahr gab es 67 000 an Prostatakrebs erkrankte Männer und 74 000 an Brustkrebs erkrankte Frauen, so Lübbecke. An zweiter Stelle stehen bei beiden Geschlechtern Darmkrebs (Männer: 38 000, Frauen: 31 000) und an dritter Stelle Lungenkrebs (Männer: 33 000, Frauen: 18 000).

Auffällig sei an den Lungenkrebs-Fällen, sagt Lübbecke, dass sich der Anteil der Frauen seit 1989 verdreifacht habe. Bei Männern hingegen sinke die Anzahl der Neuerkrankungen seit 1990. Diese unterschiedliche Entwicklung erklärt Lübbecke durch Verhaltensänderungen im Zuge der Emanzipation: Mehr Frauen hätten begonnen zu rauchen, im Vergleich dazu sei der Anteil der männlichen Raucher eher zurückgegangen. An Lungenkrebs-Erkrankungen leiden vorwiegend Menschen „jenseits des 50. Lebensjahrs“, berichtet er.

Dass Rauchen krebsfördernd ist, erkenne man auch an prominenten Schicksalen wie von Steve McQueen, dem Marlboro-Mann Wayne McLaren und Yul Brynner. Seite 3

Von Diane Baatani

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