Neue Variante nach Kostenexplosion

Parkhaus am Uelzener Bahnhof: Jetzt nur noch drei Geschosse?

Die zurzeit noch genutzte Parkpalette weißt massive Baumängel auf. Nun wird um ein Ersatzbau gerungen.
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Die zurzeit noch genutzte Parkpalette weißt massive Baumängel auf. Nun wird um ein Ersatzbau gerungen.

Uelzen – Für die Uelzener Politik war es ein Schock. Der Bau des neuen Parkhauses am Bahnhof sollte nach einer detaillierten Planung mehr als zehn Millionen Euro kosten. Jetzt schlägt die Verwaltung eine günstigere Variante vor.

Planer und die Uelzener Verwaltung bringen nach der Kostenexplosion für den Neubau des Parkhauses am Uelzener Bahnhof eine neue Variante ins Spiel.

Vorgeschlagen wird nun eine dreigeschossige Bauweise. Bisher waren vier Stockwerke geplant. Gut 400 Stellplätze sollen für Autofahrer aber auch in der neuen Variante zur Verfügung gestellt werden. Das Parkhaus soll auch weiterhin überdacht sein.

„Das Gebäude würde breiter, baulich gegenüber der zunächst favorisierten Anlage verändert und die rund 400 Stellplätze anders angeordnet“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Durch die geänderte Bauweise können nach Angaben der Stadt die Kosten gedrückt werden – auf 8,3 Millionen Euro. Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt hatte bereits letzte Woche eine günstigere Lösung in Aussicht gestellt (AZ berichtete). Die viergeschossige Variante hätte nach der Kostenexplosion mindestens mit 10,2 Millionen Euro zu Buche geschlagen.

Zur Diskussion stünde aber auch weiterhin ein ebenerdiger Parkplatz mit rund 300 Stellplätzen, so die Stadt. Dieser würde 2,5 Millionen Euro kosten. Die Stadt hofft auf Fördermittel vom Land, Landkreis und der Metropolregion Hamburg – demnach müsste die Stadt bei der dreigeschossigen Bauweise selbst noch 2,8 Millionen Euro aufbringen, für den ebenerdigen Platz rund 700 000 Euro.

Die AZ wollte von den beiden großen Fraktionen im Stadtrat, CDU und SPD, hören, was sie zur neuen Varian-te sagen. Zwar wussten die Gewählten, dass noch einmal kalkuliert und geplant werden sollte, die Idee des dreigeschossigen Bauwerks kommt jedoch für sie „überraschend“. Markus Hannemann, Vorsitzender der CDU-Fraktion, sagt: „Wir müssen uns die neuen Planungen erst einmal genau angucken, schauen, wie die Flächenausnutzung aussieht.“ Erst dann könne die Fraktion Aussagen treffen.

Klaus Knust, Chef der SPD-Fraktion, erklärt, dass angesichts der noch frischen Nachricht bisher keine Beratungen stattgefunden hätten. Er könne sich aber vorstellen, dass sich die Fraktion für die Parkhausvariante ausspreche. „Uelzen ist ein Mittelzentrum. Wir müssen uns von anderen Bahnhöfen im Landkreis abheben und den Pendlern einen gewissen Komfort bieten“, so Knust. Eine politische Beratung zum Thema ist für kommenden Dienstag, 3. September, ab 17 Uhr (Besprechungsraum der Betrieblichen Dienste an den Bartholomäiwiesen) geplant.

Die große Unbekannte ist, ob es angesichts der Entwicklung im Baugewerbe nun bei den kalkulierten Kosten bleiben wird. Eine Ausschreibung ist noch nicht erfolgt. Die Stadt zitiert in ihrer Pressemitteilung Uelzens Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull. „Wegen der zurzeit überhitzten Baubranche bieten die mit großer Sorgfalt eingerechneten Sicherheitszuschläge aber trotzdem keine Gewähr dafür, dass es nicht doch zu Kostensteigerungen kommt. Letztlich müssen die Ausschreibungsergebnisse abgewartet werden – das zeigt uns die Erfahrung.“

VON NORMAN REUTER

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