Räuber verliert Beute in Bad Bevensen

Polizei befürchtet weitere Tankstellenüberfälle: Pächter wappnen sich

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Die Aral-Tankstelle an der Bad Bevenser Göhrdestraße: Hier erbeutete der Räuber Zigaretten und verlor sie auf der Flucht.

Uelzen/Lüneburg. Zehn Tankstellenüberfälle in den Landkreisen Lüneburg und Uelzen soll der Räuber schon begangen haben – und die Polizei befürchtet, dass er wieder zuschlagen wird: „Davon müssen wir leider ausgehen“, sagt Uelzens Kripochef Hans-Jürgen Nischk.

Während die Polizei mit einer in Lüneburg eingesetzten Ermittlungsgruppe unter Hochdruck arbeitet, fürchten Tankstellenpächter in der Region Einnahmeeinbußen.

Von den vier Überfällen im Kreis Uelzen innerhalb einer Woche an der Uelzener Bahnhofstraße, in Veerßen, Bad Bodenteich und Bad Bevensen passen zwei in das Schema des Serienräubers: Die Tat vom 15. Februar auf die Aral-Tankstelle in Veerßen sowie am 18. Februar in Bad Bevensen. Diese beiden Fälle bezieht die Lüneburger Ermittlungsgruppe in ihre Arbeit mit ein. „Bei den anderen beiden Taten könnte es sich um Trittbrettfahrer handeln“, so Nischk.

Der 1,80 bis 1,90 Meter große Räuber, der hochdeutsch mit osteuropäischem Akzent spricht, wählt nach Einschätzung der Polizei seine Zielobjekte sorgfältig aus: „Er macht sich definitiv über seinen Fluchtweg Gedanken“, so der Leiter des kriminalen Ermittlungsdienstes. „Vom Typus her ist das schon jemand, der vorher genau hinschaut“.

Doch bei nunmehr zehn Überfällen passieren auch Fehler. So verlor der Täter beim Überfall in Bad Bevensen vergangenen Donnerstagabend auf der Flucht an der Dahlenburger Straße einen Teil der erbeuteten Zigaretten. „Aktuell laufen Spurenauswertungen beim Landeskriminalamt, aber eine heiße Spur ist noch nicht dabei“, sagt Nischk.

Geflüchtet ist der Täter, der bei zwei Überfällen einen Komplizen dabei hatte, stets zu Fuß; so auch in Veerßen, wo er Richtung stadtauswärts unter anderem am belebten Schnellrestaurant GrillStop vorbeilief – „wir hoffen weiter auf Zeugen, denen dort vielleicht etwas aufgefallen ist“, sagt der Kripochef.

Derweil treffen immer mehr Tankstellenpächter Vorsichtsmaßnahmen, um ihre Angestellten zu schützen. Einige öffnen schon um 17 Uhr den Nachtschalter, sodass niemand mehr den Verkaufsraum betreten kann – auch wenn damit empfindliche Einnahmeeinbußen verbunden sind. Denn Geld verdienen die Pächter vor allem mit dem Verkauf von Lebensmitteln.

Von Thomas Mitzlaff

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