„Die Hauskirche neu entdeckt“

Osterfest der anderen Art: Uelzens Kirchengemeinden ziehen Bilanz

Die Gemeinde St. Marien auf YouTube: Zu Ostern gab es einen speziellen Gottesdienst, den die Gemeinde an den heimischen Computern miterleben konnte.
+
Die Gemeinde St. Marien auf YouTube: Zu Ostern gab es einen speziellen Gottesdienst, den die Gemeinde an den heimischen Computern miterleben konnte.

Uelzen – „Die Ostergebete haben ihren Weg gefunden“, zieht Propst Jörg Hagen nach dem bislang ungewöhnlichsten Osterfest Bilanz: „Es war in der Tat sehr anders als gewohnt. Aber es waren auch sehr aktive Tage, weil es viele interessante Angebote gab."

Moderne Kanäle seien kreativ genutzt worden: „Unter anderem gab es einen Gottesdienst der Gemeinde St. Marien, dem man online beiwohnen konnte. “ Ein Teil der Gotteshäuser im Kirchenkreis sei für das stille Gebet geöffnet worden: „Auch dieses Angebot wurde gut genutzt“, betont Propst Hagen.

„Man merkt: Die Menschen bleiben zu Hause“, hat Pater Piotr Stepniak für die katholische Gemeinde Uelzen festgestellt. Einige Menschen hätten das Angebot der offenen Kirchen für Gebete genutzt. Aber: „Es scheint, als hätten wir die Hauskirche neu entdeckt. Das ist ja in der katholischen Kirche kein neues Thema, zu Hause in der Familie den Glauben zu pflegen. Seltsamerweise könnte die Corona-Krise tatsächlich eine Chance sein, die Kirche im eigenen Haus wieder zu erleben.“ Generell habe es laut Pater Piotr Stepniak etliche Online-Angebote gegeben.

Er selbst hat über die Ostertage viele Telefonate geführt, vor allem auch zu älteren Menschen, um den wichtigen Kontakt in der Gemeinde zu stärken: „Das war wichtig. Ich habe auch viele Anrufe bekommen.“ Propst Hagen lobt die vielen Initiativen seiner Gemeinden: „In den Kirchen gab es Osterlichter, die sich die Menschen abholen konnten. Von einigen Kirchtürmen spielten Trompeter und Posaunisten, viele Glocken läuteten als Zeichen der Verbundenheit an den Feiertagen.“

Und wie geht es nun für die Kirchengemeinden weiter? Propst Hagen: „Wir warten ab, was die Regierung sagt. Es wäre natürlich schön, wenn wir bald wieder Gottesdienst feiern könnten. Wir haben große Räume und könnten entsprechende Abstände zwischen den Besuchern einhalten.“

VON MICHAEL MICHALZIK

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare