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Ortsrat stimmt gegen Pläne für Stadtberg in Westerweyhe

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Von: Norman Reuter

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Wohngebiet am Kahlenberg
Direkt im Anschluss an den gerade erst bebauten Kahlenberg soll ein weiteres Wohngebiet entstehen – der Ortsrat stimmt mehrheitlich dagegen. © Reuter, Norman

Für den Bau der neuen Straße findet sich eine Mehrheit, aber nicht für ein weiteres Neubaugebiet in Westerweyhe: Der Ortsrat von Kirch- und Westerweyhe spricht sich am Donnerstagabend mit fünf zu drei Stimmen, bei zwei Enthaltungen, gegen ein weiteres Wohngebiet auf dem Stadtberg aus.

Westerweyhe - Wie berichtet, sind Pläne geschmiedet worden, direkt neben dem gerade erst bebauten Kahlenberg weitere Baugrundstücke anzubieten. Die etwa 6,8 Hektar große Fläche dafür, zurzeit wird sie noch landwirtschaftlich genutzt, erstreckt sich in Richtung Kirchweyhe und auch in Richtung einer zuletzt diskutierten möglichen Neubautrasse der Bahn.

Die Überlegungen schmecken den Bewohnern des Kahlenbergs nicht: Erst sei man von den Bahnplänen eingeholt worden, jetzt von den Bauplänen, wird am Donnerstag moniert.

Ortsbürgermeister Karl-Heinz Günther berichtet von Anrufen und Schreiben, die ihn erreichten: Ja, er habe vergangenes Jahr gesagt, es gebe keine weiteren Pläne für ein Neubaugebiet für Westerweyhe. Das sei auch zu diesem Zeitpunkt richtig gewesen. Aber es gebe auch die weitere Nachfrage nach Bauplätzen in Westerweyhe. „Was will man machen?“, so Günther.

Thomas Körding (Grüne) versteht nicht: Wenn die Bahn eine Trasse in dem Gebiet bauen wolle, beklagten sich Bauern über den Flächenverlust. Aber für Wohnbaugebiete sei der in Ordnung?

Sascha Plachetka (CDU) gibt zu bedenken, dass bis ein Neubaugebiet tatsächlich ausgewiesen sei, im Kernort bereits ein Generationenwechsel anstehen könnte, mit dem dort Häuser wieder Verfügung stünden. Für Cathrin Bielke (ohne Partei) ist ein für den Kahlenberg in Aussicht gestellter Grüngürtel als Puffer zum nächsten Baugebiet ein schwacher Trost. Andernorts würden sich solche Grüngürtel in einem kläglichen Zustand befinden.

Das letzte Wort zum Neubaugebiet ist noch nicht gefallen. Das abschließende Votum gibt der Rat der Hansestadt ab.

Eine angedachte Verlängerung der Heinrich-Oetzmann-Straße bis zum Kämpenweg ist indes für den Ortsrat zustimmungswürdig. Die Pläne dafür existieren bereits seit 15 Jahren, ohne dass das notwendige rechtliche Verfahren dafür zu Ende gebracht werden konnte. Wie Michael Kopske, bei der Stadt für Planung, Bauaufsicht und Liegenschaften zuständig, sagt, solle ein neuer Anlauf unternommen werden – auch, weil inzwischen jährlich Anforderungen an Arten- und Naturschutz steigen würden. „Wenn es ein Baurecht gibt, ist es auch gesichert.“

Auch hier hat der Rat noch zu entscheiden. Bei entsprechendem Votum des Rates, so Kopske, könne noch in diesem Jahr ein Gutachten zum Arten- und Naturschutz in Auftrag gegeben werden.

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