Gewerbegebiet sorgt für Unmut

Ortsrat Kirch- und Westerweyhe stellt sich gegen „Störtenbütteler Weg Nord“

Zwischen B 4 und Gefängnis soll das Gewerbegebiet „Störtenbütteler Weg Nord“ entstehen. Das sorgt in Kirch- und Westerweyhe für Unmut. Fotos: Bieling (2)/Huchthausen/privat
+
Zwischen B 4 und Gefängnis soll das Gewerbegebiet „Störtenbütteler Weg Nord“ entstehen. Das sorgt in Kirch- und Westerweyhe für Unmut. Fotos: Bieling (2)/Huchthausen/privat
  • Daniel Bieling
    vonDaniel Bieling
    schließen

Uelzen – Eine unscheinbare Fläche von sieben Hektar südöstlich von Kirchweyhe, östlich der B 4 und nördlich des Gefängnisses: Diese sorgt für Unmut bei den Einwohnern von Kirch- und Westerweyhe und wurde jetzt auch im Ortsrat diskutiert.

Denn so unscheinbar soll die Fläche nicht bleiben. Vielmehr ist dort das neue Gewerbegebiet „Störtenbütteler Weg Nord“ geplant. Bis 2022 sollen erste Gebäude entstehen. „Es gibt einen kurzfristigen Bedarf, den es zu erfüllen gilt“, betonte Wolf Wunderling von der städtischen Bauleitplanung. Mehr als die Hälfte der Flächen seien daher auch schon reserviert.

Dennoch hagelte es Kritik vonseiten des Ortsrates. „Ich wage zu bezweifeln, dass das Gewerbegebiet wirklich notwendig ist“, meinte Klaus Chlechowitz (SPD). In den bestehenden Gewerbegebieten am Hafen oder an der Ludwig-Erhard-Straße sei noch Platz. Zudem stellte Chlechowitz die Frage, wie die Lkw die B 4 erreichen sollen, und beantwortete diese gleich selbst: „Die werden über Westerweyhe und Kirchweyhe fahren.“ Die Kirchweyher Bürger hätten jahrelang gekämpft, um die Bundesstraße aus dem Ort zu bringen, und würden dann wieder von den Transportern belastet.

Wunderling verteidigte den Standort, da etwa auch an der Ludwig-Erhard-Straße schon alle Flächen reserviert seien. Er räumte jedoch ein, dass das neue Gebiet Konsequenzen nach sich ziehe.

Auch Sascha Plachetka (CDU) störte sich an dem Lkw-Verkehr. „Seit Jahren ist uns die Stadt ein tragfähiges Verkehrskonzept schuldig“, kritisierte er. Daher werde auch das neue Gewerbegebiet zu mehr Belastung im Ort führen: „Wir ziehen uns das Hochwasser bis ans Haus heran.“

Ortsbürgermeister Karl-Heinz Günther (CDU) verwies auf die Zweckbindungsfrist an der Straße Altes Dorf und der Hugo-Steinfeld-Straße in Westerweyhe. Diese seien mit Fördermitteln saniert worden – mit der Auflage, dass Lkw-Verkehr bis 2024 erlaubt ist. Danach müsse aber ein Antrag gestellt werden, um den Verkehr zu drosseln oder zu unterbinden. „Wir sind das unseren Bürgern schuldig“, betonte Günther.

Rainer Koch (CDU) äußerte zudem Bedenken bezüglich einer möglichen Störung für Einwohner und auch Insekten durch leuchtende Scheinwerfer. Wunderling erklärte, dass nachts keine Werbeanlagen mit blinkenden Lichtern erlaubt seien. Darauf wollte sich Koch jedoch nicht verlassen: Er brachte den Antrag ein, dass die „Lichtverschmutzung“ in Richtung Kirchweyhe nur so gering wie möglich ausfallen darf.

Letztlich lag die Entscheidungsgewalt über den Bebauungsplan aber nicht beim Ortsrat. Und so fiel auch Karl-Heinz Günthers Fazit knapp aus: „Wenn es einen Beschluss geben würde, wären wir dagegen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare