Dem Ortolan auf der Spur

Ein Förderprogramm des Landes und der EU schützt den Ortolan, eine seltene Vogelart der Region. Immer mehr Landwirte im Kreis Uelzen beteiligen sich daran und richten Schutzflächen ein. Foto: Wellmann

Uelzen/Landkreis. Immer mehr Landwirte im Kreis Uelzen unterstützen den Schutz von Vogel- und anderen Tierarten in der Feldflur und beteiligen sich dazu an einem Förderprogramm des Landes und der EU.

Die Vertragsflächen werden für fünf Jahre extensiv bewirtschaftet und bieten dadurch vielen Tieren, darunter Heide- und Feldlerche, Wachtel, Rebhuhn, Hase, Reh und der Vogelart Ortolan, einen günstigen Lebensraum.

So werden in Getreide-Erbsen-Gemenge oder auf Luzerne-Flächen deutlich höhere Brutpaarzahlen mit besserem Bruterfolg als auf konventionell bewirtschafteten Flächen festgestellt. Die Förderprämien liegen aktuell je nach Variante bei 230 bis 720 Euro pro Hektar.

19 Landwirte im Kreis Uelzen nehmen bislang an dem Programm teil. Die geschützte Fläche, die sie bewirtschaften, ist rund 158 Hektar groß. Dafür wurden ihnen Fördergelder von mehr als 111 000 Euro gewährt. „Vier Landwirte haben in diesem Jahr Folgeanträge für das Schutzprogramm gestellt, hinzu kommt ein Erstantrag“, berichtet Kreissprecher Martin Theine. Das entspreche einer zusätzlichen Schutzfläche im Kreisgebiet von etwa elf Hektar. „Das Programm wird von den Landwirten gut angenommen“, bilanziert Theine zufrieden.

Auf Einladung der Kreise Uelzen und Lüchow-Dannenberg besuchten jetzt Landwirte, Behörden- und Verbandsvertreter einige der geschützten Vertragsflächen in der Region. An Stationen bei Növenthien, Himbergen, Groß Breese und Groß Gusborn erläuterten die beiden Beauftragten für diese Maßnahme, Lars Wellmann für Uelzen und Petra Bernardy für Lüchow-Dannenberg, gemeinsam mit den Flächenbewirtschaftern die Rahmenbedingungen. Zudem stellten sie gute und weniger gute Beispiele von Vertragsflächen vor.

Frank Kruse vom niedersächsischen Umweltministerium kündigte an, dass die Förderprämien gesenkt werden, aber nur für den Anbau von Luzerne. „Diese Variante ist allerdings erheblich betroffen und das ist für die Landwirte sehr schmerzhaft“, erklärte Theine.

„Nach einigen Jahren Erfahrung mit dieser Maßnahme wünschen wir uns Änderungen, die für die Landwirte eine flexiblere Handhabung und für die Zielarten einen noch günstigeren Lebensraum zu Folge hätten“, sagte Lars Wellmann während der Besichtigungstour. „Insbesondere die Zulassung von Wintergemenge und frühere Aussaat-Zeitpunkte sind für einen zielgerichteten Einsatz der Mittel erforderlich“, ergänzte Petra Bernardy.

Von Bernd Schossadowski

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare