Stammtisch mit der Bahn geplant

Online-Präsenz und neue Führung – Gespräch zu Hundertwasser-Bahnhof „sehr konstruktiv“

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Der Hundertwasser-Bahnhof lockte über Jahre Touristen an, nach einem Einbruch der Zahlen ist er ein „Sorgenkind“.

Uelzen. In Zeiten, in denen Ausflüge und Urlaube per Mausklick geplant werden, soll der Uelzener Hundertwasser-Bahnhof künftig verstärkt auf Online-Plattformen als Touristen-Attraktion beworben werden.

Bei Regen steht im Tunnel das Wasser.

Die bessere digitale Vermarktung ist ein Ziel, das sich Mieter des Bahnhofs und die Stadt bei einem Gespräch gesteckt haben. Wie berichtet, waren im zurückliegenden Jahr die Besucherzahlen des Bahnhofs massiv eingebrochen, ein Drittel weniger an Touristen wurden gezählt. In absoluten Zahlen waren es noch 4100. In der Anfangszeit nach der Eröffnung als Hundertwasser-Bauwerk waren es etwa 20 000 Touristen jährlich, die gezielt den Bahnhof als Ausflugsziel aufsuchten. Neben der geplanten besseren Online-Präsenz wollen Stadt und Mieter verstärkt auch bei den Reiseunternehmern wieder einen Fuß in die Tür bekommen. Weggebrochen waren im vergangenen Jahr viele Busreisen zum Hundertwasser-Bahnhof, das Wetter sei dafür nicht alleine ursächlich gewesen, erklärten die Mieter, zu denen auch Oliver Huchthausen gehört. Gegenüber der AZ spricht er von einem „sehr konstruktiven Gespräch“, bei dem konkrete Maßnahmen bereits vereinbart worden seien. Er nennt als Beispiel, dass auch das Angebot von Gäste-Führungen durch den Bahnhof überarbeitet werden soll.

Bereits am Freitag, 9. Februar, wollen Mieter und Stadt wieder zusammensitzen, um weiter an der Belebung des Bahnhofs zu arbeiten. Weil, wie Huchthaeitere Arbeitsfelder gebe. Eines davon: Das Interesse der hiesigen Bevölkerung am Bahnhof mit dem Restaurant und den Läden. „Bis Ostern wollen dazu Ideen präsentieren“, so Huchthausen.

Noch vor einer weiteren Beratung zwischen Mietern und Stadt ist am 6. Februar auch ein Stammtisch mit Vertretern der Bahn geplant. Die Bahn ist für das Gebäude zuständig – Mängel wurden aus Sicht der Mieter in der Vergangenheit zu spät behoben. Auch das Thema Sauberkeit des Bahnhofsgeländes treibt sie um. Die Stadt Uelzen kündigt auf Nachfrage auch eine Zukunftswerkstatt zum Bahnhof im April an, bei der es beispielsweise um Fragen der Sauberkeit aber auch um den baulichen Zustand des Gebäudes gehen werde. Gesprächsstoff gibt es reichlich, auch weil im Tunnel, der zu den Bahnsteigen führt, bei Regen immer wieder Wasser steht, wie Ariane Schmäschke vom Verein „Bahnhof 2000“ sagt. Der Verein hatte das Konzept entwickelt, den Bahnhof im Stil des Künstlers Friedensreich Hundertwasser umzubauen. Die Pfützen seien nicht nur ärgerlich, durch die Feuchtigkeit seien die Böden auch rutschig, so Schmäschke.

Von Norman Reuter

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