Die Hoffnung auf den „Zwilling“

Oldenstädter Lars Hardekopf berichtet über seine Stammzellenspende in Berlin

Stammzellenspender Lars Hardekopf mit Sohn Enno, Ehefrau Friederike und Hündin Käthe. Die Familie lebt in einem Reihenhaus im Uelzener Ortsteil Oldenstadt. 
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Stammzellenspender Lars Hardekopf mit Sohn Enno, Ehefrau Friederike und Hündin Käthe. Die Familie lebt in einem Reihenhaus im Uelzener Ortsteil Oldenstadt. 

Uelzen-Oldenstadt – Wer die Diagnose Leukämie erhält, kann nur noch auf eins hoffen: Einen Spender, der sozusagen ein genetischer Zwilling ist. Lars Hardekopf hat so einen „Zwilling“, der an Blutkrebs erkrankt ist.

Da er sich bei der gemeinnützigen Organisation DKMS registriert hat, sind der Organisation die „Zwillinge“ bekannt. Und der 25-Jährige stellte dem Patienten vor zwei Wochen Stammzellen zur Verfügung.

Der Polizist reiste im Oktober zu einer Voruntersuchung und am 10. November erneut in eine Klinik nach Berlin. Fünf Stunden lang wurde ihm aus einem Arm das Blut entnommen und in den anderen Arm wieder eingeführt. Insgesamt durchliefen 14 Liter Blut diesen Kreislauf, also zweimal seine sieben Liter Blut. „Mir wurde gesagt, dass ich am Ende weniger Blut abgegeben habe als bei einer normalen Blutspende. Ich fühlte mich auch fitter als nach einer gängigen Blutspende“, sagt der Oldenstädter. Innerhalb von 72 Stunden nach der Spende muss der Empfänger die Stammzellen erhalten. In welcher Klink sich dieser befindet, wurde Hardekopf nicht mitgeteilt. Die DKMS operiert weltweit.

Seine Mutter Silke begleitete ihn in Berlin. „Sie ist sehr stolz, dass ich es gemacht habe“, sagt Hardekopf. Die Kosten für An- und Abreise sowie Unterkunft bezahlte die Organisation. Von seinem Arbeitgeber erhielt er Sonderurlaub. Seine Ehefrau Friederike arbeitet als Krankenschwester im Helios Klinikum in Uelzen und hat sich wie ihre Kolleginnen bei der DKMS registrieren lassen. Die Hardekops haben einen zwölf Wochen alten Sohn mit Namen Enno sowie die Hündin Käthe.

Bei Lars Hardekopf war für die Spende die Entnahme einer Knochenmarkspende über den Beckenkamm nicht erforderlich. Vier Tage vor der Spende wurde dem Uelzener eine Wachstumsspritze verabreicht, um Stammzellen anzureichern. Spenden sind übrigens bis zum 60. Lebensjahr möglich.

Nach der Spende musste Hardekopf zwei Wochen auf Kontaktsport verzichten und ließ sich bei der Polizei vorsichtshalber während dieses Zeitraums im Innendienst einsetzen.

Lars Hardekopf möchte nach einer zweijährigen Sperrfrist den Versuch starten, mit dem Empfänger über die DKMS in Kontakt zu treten. Dies ist aber nur möglich, wenn auch der Empfänger dem zustimmt. Hardekopfs Fazit? „Der Ablauf der Spende war unkompliziert. Ich würde wieder spenden.“

VON TIMO HÖLSCHER

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