Im Deinefelde wird auf das Heizen mit fossilen Energieträgern verzichtet

Oldenstädter Baugebiet mit Pilotcharakter

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Im Baugebiet „Im Deinefelde“ in Oldenstadt sollen Passivhäuser errichtet werden. Dabei wird komplett auf fossile Energieträger verzichtet.

Uelzen-Oldenstadt – Im neuen Baugebiet „Im Deinefelde“ in Oldenstadt soll das erste Wohngebiet entstehen, bei dem die Nutzung von fossilen Brennstoffen zur Erzeugung von Energie ausgeschlossen wird.

Das hat jetzt nach Empfehlungen von Bauausschuss und Zukunftsausschuss der Verwaltungsausschuss der Hansestadt Uelzen entschieden.

„Wenn man das Jahr 2050 betrachtet, ist bei Gebäuden der Verzicht auf fossile Energieträger jetzt schon ein Thema“, sagt Uelzens Klimaschutzmanagerin Karina Timmann. Denn der Preis von Gas und Öl werde in den nächsten Jahrzehnten steigen, weil die Reserven dann fast aufgebraucht seien. Außerdem habe sich die Stadt ehrgeizige Klimaziele gesteckt. „Wenn wir CO2 reduzieren wollen, müssen wir die Häuser betrachten“, erklärte Karina Timmann.

Neben der energetischen Sanierung von Altbauten müsse man vor allem bei Neubauten den Bau von Passivhäusern im Blick haben. „Dann erhalten wir eine zukunftsfähige Siedlung“, sagt die Klimaschutzmanagerin. Der Bau von Passivhäusern koste zwar 100 Euro pro Quadratmeter, würde sich aber nach 20 Jahren amortisieren, weil die Kosten für Gas eingespart werden.

Auch ein Großteil der potenziellen Häuslebauer für das Baugebiet „Im Deinefelde“ sind laut einer Umfrage der Stadt mit diesen Ideen einverstanden. Bei 83 Rückläufern haben laut Silke Weidenhöfer vom Fachbereich Planung, Bauaufsicht und Liegenschaften nur vier gesagt, dass der Verzicht auf fossile Brennstoffe für sie ein K.o.-Kriterium ist. Über 40 Prozent seien der Idee des Verzichts auf fossile Energieträger gegenüber positiv eingestellt. 40 Prozent begrüßten zudem eine Bebauung mit Doppelhaushälften.

Doch nicht nur in Sachen Energieverbrauch soll das neue Baugebiet voranschreiten und Pilotcharakter haben, auch andere Details im Bebauungsplan dienen dem Umweltgedanken. So sind die zurzeit in Mode befindlichen Steingärten verboten.

In Absprache mit den Anwohnern wird das neue Baugebiet in einer Variante geplant, die einen durchgängigen Gehölzstreifen zwischen Neu- und Altbaugebiet sowie eine Wegeverbindung vorsieht. Für den Gehölzstreifen sind Rückschnitt und Pflanzungen vorgesehen. Der Woltersburger Schulsteig bleibt erhalten und wird mit Mineralgemisch hergestellt. Durch die Maßnahmen werden 18 Bauplätze anstatt ursprünglich geplanter 21 Grundstücke entstehen.

VON LARS LOHMANN

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