Aussage einer Zeugin weisen auf Mittäter hin

Oktoberfest-Attentat: Spur führt nach Uelzen

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Spurensuche auf dem Oktoberfest 1980: 13 Menschen starben, darunter der Attentäter.

Uelzen. Es war der spektakulärste Waffen- und Sprengstoff-Fund in der Nachkriegsgeschichte des Landkreises Uelzen: 1981 fanden Fahnder in mehreren Walddepots bei Eimke und Melzingen zentnerweise Chemikalien, Handgranaten, Panzerfäuste und Munition.

Im Jahr zuvor hatte es einen blutigen Anschlag auf das Münchener Oktoberfest gegeben, 1,39 Kilogramm TNT rissen 13 Menschen in den Tod. Jetzt nimmt die Polizei die Ermittlungen wieder auf – und es gibt den Verdacht, dass der Sprengstoff für das Attentat aus dem Kreis Uelzen gekommen sein könnte.

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In den bayrischen Ermittlungsakten zum Wiesen-Attentat wird der brisante Uelzener Fund als Spur 253 geführt. Der Uelzener Kriminalpolizei war damals schnell klar, dass bei dem Waffennarr offenbar ein rechtsradikaler Hintergrund vorhanden war. Die Beamten waren den Fall schnell los: Das Landeskriminalamt Niedersachsen übernahm die Ermittlungen. Jahrzehntelang hieß es offiziell, dass der Anschlag von München von einem Einzeltäter begangen sein soll. Attentäter Gundolf Köhler, der der rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann zugerechnet wurde, beging die Tat laut Ermittlungsergebnis allein und aus persönlichem Frust. Er war bei dem Anschlag selbst ums Leben gekommen.

Doch an der Einschätzung, es habe sich um einen Einzeltäter gehandelt, gibt es immer wieder Zweifel. So waren bei der Spurensuche auf der Wiese auch Fragmente einer Hand gefunden worden, die Köhler zugeordnet wurden. Das Handfragment wurde zudem gut 20 Meter entfernt vom Explosionsort gefunden. Die Bombe detonierte aber in Köhlers Händen, die dabei offenbar atomisiert wurden. Das bestätigt ein Ex-Sprengstoffspezialist des Bundeskriminalamtes, der an der Rekonstruktion der Bombe beteiligt war und der in der ARD-Dokumentation „Attentäter – Einzeltäter?“ zu Wort kommt.

Nun gibt es Hinweise auf einen anonymen Patienten, der sich wenige Tage nach dem Attentat im Klinikum Oststadt-Heidehaus in Hannover meldete und dem eine Hand fehlte. [...]

Von Thomas Mitzlaff und Sabine Dobel (dpa)

Der komplette Artikel steht am Donnerstag, 5. Januar, in der gedruckten sowie auch in der digitalen Ausgabe.

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