Power für die Energiewende

Ohne Strom geht es nicht: Uelzener Jusos laden zu Themenabend 

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Lars Werner ist bei den Sozialdemokraten ein Experte für Umweltfragen. Mit dem Uelzener Politiknachwuchs diskutierte er über die „Energiewende“.

Uelzen – Einmal im Monat laden die Jusos zu einem Themenabend ein. Dabei werden Ideen für die politische Arbeit vor Ort gesammelt. Bei der „Energiewende“ haben sie sich nicht nur einen Experten gesucht – es sitzt auch die Grüne Jugend mit am Tisch.

Ohne Strom geht es nicht – das ist die erste Erkenntnis an diesem Abend, der sich um die Energiewende dreht.

Also wird für Laptop und Beamer noch schnell ein Verlängerungskabel gesucht. Referent Lars Werner hat eine Computerpräsentation mit nach Uelzen gebracht, über die er mit dem politischen Nachwuchs ins Gespräch kommen will.

Monatlich bieten die Jusos einen Themenabend an – und weil man auch stärker vernetzt arbeiten will, ist diesmal auch die Grüne Jugend eingeladen. „Das Thema geht ja auch alle an“, sagt im Laufe des Abends mit Tim Baumann einer, der den Weg zum Uelzener SPD-Haus gefunden hat.

Der Kreis der Besucher ist überschaubar, der zwischen Plakat-Ständern, Euro-Paletten und einem Getränke-Kühlschrank im Kellergeschoss des Hauses Platz genommen hat. Dort haben die Jusos ihren Versammlungsraum, den Juso-Keller, wie sie ihn nennen. An der Wand sind Schriftzüge und Themen zu entdecken, die den Jusos wichtig sind. Ein „Atomkraft? Nein danke“-Logo ist an die Wand gemalt worden. Direkt davor hat sich Lars Werner in einen Stuhl „gearbeitet“, greift immer wieder zur Wasserflasche, weil die Stimme „geölt“ sein will – er hat viel zu berichten.

Lars Werner, 26 Jahre alt, hat Umwelt-Ingenieurswissenschaften studiert. Jetzt arbeitet er für die SPD, er beschäftigt sich im Bezirk Hannover mit Ökologie und Nachhaltigkeit. Wer Redebedarf mit ihm als Experten zu diesen Gebieten hat, kann ihn einladen.

Beim Grundsätzlichen bleibt es an diesem Abend nicht – die Diskussionsgruppe arbeitet sich in Spezialgebiete vor. Beispiel Gezeitenkraftwerke im Meer – ist das die Lösung? Nicht für Deutschland, berichtet Lars Werner. Der Nordsee würden die benötigten Eigenschaften fehlen, sodass ein Einsatz nicht sinnvoll sei.

Der Referent hat sich während seines Studiums intensiv mit den Kraftwerken auseinandergesetzt. Vielleicht sind Elektro-Autos nun der richtige Ansatz, damit eben nicht mehr fossile Brennstoffe in diesem Maße zum Einsatz kommen. Jannes Boyken von der Grünen Jugend ist aber die Akku-Herstellung für die E-Autos ein Dorn im Auge. Womöglich bringen eher intelligente Steuerungssysteme für den Stromverbrauch den Durchbruch, meint Tim Baumann.

Lars Werner stimmt hier mit ein, er sagt: „Das ist ein krass wichtiges Ding.“ Zugleich macht er deutlich: Die Energiewende, also die Abkehr vom Einsatz fossiler Energieträger, sei eine gewaltige Aufgabe. „Es gibt nicht die einfache Lösung bei einem solch komplexen Gebilde wie der Energie-Nutzung“, so Werner. Die E-Autos oder Gezeitenkraftwerke seien nur einzelne Puzzleteile.

Der Abend ist auch nicht dafür gedacht, Lösungen zu finden – der Juso-Vorsitzende Hannes Henze spricht von einem Gedankenaustausch, davon, dass man Ideen sammelt für die politische Arbeit vor Ort. Je aktiver man sei, umso mehr neue Mitstreiter würden sich auch finden.

Aus den Veranstaltungen entstünden auch Anträge für die Partei – eingebracht werden sie beispielsweise beim Ende des Monats anstehenden SPD-Unterbezirksparteitag in der Uelzener Stadthalle. Und Juso-Vorsitzender Hannes Henze erklärt, die Jusos würden dann eine ganze Menge an Anträgen einbringen wollen – vielleicht ja auch zum Thema „Energiewende“.

VON NORMAN REUTER

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