Ohne Maske kein Einstieg

Ab Montag beim Einkauf und bei Fahrten in Uelzen Pflicht: der Nasen- und Mundschutz

Für den Stadtbusverkehr gilt bereits seit Wochen: Nur hinten zusteigen. Ab Montag müssen Fahrgäste nun auch noch Masken bei Busfahrten tragen.
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Für den Stadtbusverkehr gilt bereits seit Wochen: Nur hinten zusteigen. Ab Montag müssen Fahrgäste nun auch noch Masken bei Busfahrten tragen.

Uelzen – Beim Einkauf oder beim Busfahren wird ein Schutz, der Nase und Mund bedeckt, ab Montag zur Pflicht. Wer dem nicht nachkommt, muss damit rechnen, dass er im Uelzener Stadtbusverkehr nicht befördert wird.

Franziska Albrecht, Sprecherin der Uelzener Stadtwerke, die für den Stadtbusverkehr zuständig sind: „Fahrgäste ohne entsprechenden Gesichtsschutz, der sowohl Mund als auch Nase bedeckt, dürfen nicht mitfahren.“

Passagiere würden beim Einstieg auf die Maskenpflicht hingewiesen, so Albrecht weiter. Auch die Busfahrer werden demnach mit Masken ausgestattet, die sie während ihrer Schicht zu tragen haben.

Während die Stadtwerke laut Albrecht ihre eigenen Mitarbeiter bereits Anfang April mit selbst genähten Masken von einem lokalen Unternehmen ausgestattet hat, werden die Masken der Busfahrer von der RBB gestellt, die die Uelzener Buslinien betreibt. Eine Sprecherin der Deutschen Bahn, die als Muttergesellschaft der RBB fungiert, erklärt dazu: „Die DB folgt den behördlichen Vorgaben zum Tragen von Mund-Nasen-Masken.“

Die Eisenbahngesellschaften Metronom und Erixx hatten gestern noch vor den ersten Meldungen über die Einführung der Maskenpflicht in Niedersachsen erklärt, dass all jene eine Maske tragen müssen, die einen Metronom- oder Erixx-Zug besteigen wollen. Der Metronom hatte für sich ohnehin eine Lösung zu finden, verkehrt er doch nach Hamburg, wo bereits zuvor schon eine Maskenpflicht für den ÖPNV angekündigt worden war. Wäre die Maskenpflicht in Niedersachsen nicht gekommen, hätten Zugfahrer ab der Hamburger Stadtgrenze Masken aufsetzen müssen.

In Supermärkten trugen in den vergangenen Tagen bereits verstärkt Kunden und Mitarbeiter Masken. Die Bundesregierung hatte dazu die dringende Empfehlung gegeben, die nun in Niedersachsen und anderen Ländern zur Pflicht wird. Wie Uwe Wolff, der Edeka-Märkte in Uelzen betreibt, gestern auf Anfrage sagt, würden seine Mitarbeiter mit Masken ausgestattet. „Dafür sind Masken geliefert worden“. Kunden ohne Mund- und Nasenschutz würden auf die Pflicht zum Tragen hingewiesen. Niemand soll aber des Marktes verwiesen werden, wenn man keine Maske oder weiteren Schutz parat habe. Notfalls würde eine Einwegmaske herausgegeben.

Die Mitarbeiter müssen künftig dauerhaft über Stunden Masken tragen. Uwe Wolff: „Wir werden hier Wege finden, dass man einmal mehr durchschnaufen und einen Schluck Wasser trinken kann.“

Durch die Diskussion um den Mund- und Nasenschutz sowie die Empfehlung der Bundesregierung zum Tragen hat es in den vergangenen Tagen und Wochen bereits eine hohe Nachfrage nach Masken in Apotheken gegeben. Wie Jan Düning von der Apotheke am Hambrocker Berg in Uelzen berichtet, hat die Ankündigung der Maskenpflicht in Niedersachsen gestern die Zahl der Anfragen noch einmal deutlich nach oben schnellen lassen.

Die Preise für Masken sind in den letzten Wochen wegen der Entwicklung gestiegen, wie die Apotheken beim Ankauf der Masken von Produzenten merkten. Es sei zu befürchten, so Matthias Vaupel von der Bären-Apotheke, dass sich dies durch die Maskenpflicht weiter zuspitze.

Urte Startmann hat mit Gleichgesinnten eine WhatsApp-Gruppe gegründet und näht bereits seit Wochen ehrenamtlich Mund-Nasen-Masken. Dass eine Maskenpflicht kommen musste, war für sie klar. Aber: „Das kam viel zu spät, das hätte schon erfolgen müssen, als die Geschäfte wieder öffneten. Wir hatten doch wohl wirklich genug Zeit, um uns zu informieren. Jetzt muss die Pflicht auch eingehalten werden.“

VON MICHAEL MICHALZIK, NORMAN REUTER UND DANIEL BIELING

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