AZ-Podiumsdiskussion: Zuhörer fordern von Kandidaten klare Positionen

Offener Streit der Parteien

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Kommunaler Finanzausgleich, Mindestlohn, A 39: Die sieben Landtagskandidaten für den Wahlkreis 47 mussten gestern Abend bei der AZ-Podiumsdiskussion Farbe bekennen – eine lebbhafte Diskussion vor etwa 150 Zuhörern.

Uelzen. Es waren leichte Fragen, die der Moderator der AZ-Podiumsdiskussion, Chefredakteur Andreas Becker, den beiden stärksten Landtagskandidaten bei einer Aufwärmrunde stellte: Wie hoch war die Wahlbeteiligung 2008? Jörg Hillmer (CDU) tippte auf 57,3 Prozent.

Richtig war 57,1. Wieviele Abgeordnete sitzen im Landtag? Sylvia Meier (SPD) wusste mit 152 die richtige Antwort.

Dann wurde es schwer, denn Becker wollte wissen, ob mit einer Rot-Grünen Regierung eine A 39 gebaut werden würde. „Die A 39 wird auch mit der SPD kommen!“, sagte Meier. „Die A 39 wird, wenn die Grünen stark sind, nicht kommen!“, sagte Heiner Scholing von den Grünen – seine Partei stellt sich quer. Und Meier: „Demokratie lebt vom Konsenz. Aber jetzt kämpfen wir erstmal für den Regierungswechsel“, sie rückte demonstrativ an den neben ihr stehenden Scholing heran. „Alles andere kommt danach.“

Hillmer versuchte, einen Keil zwischen die beiden zu treiben: Sollte es zu Rot-Grün kommen, sagte er vor gut 150 Zuhörern im Rathaus, würde die SPD in den Koalitionsgesprächen zum Thema A 39 „diesen Kniefall machen“, so Hillmer. „Scheitert Rot-Grün also an der A 39?“, fragte Becker Scholing. Aber auch der erklärte darauf, dass alle miteinander in den Dialog treten müssen.

Mit mehreren dieser brennenden Themen des Landkreises konfrontierte Becker die Kandidaten. Neben Hillmer, Meier und Scholing standen Titus Tscharntke (Piraten), Dieter Müller (Bündnis 21/Rentnerinnen und Rentnerpartei), Rainer Fabel (FDP) und Dr. Michael Braedt (Linke) auf dem Podium. Braedt vertrat dabei die Kandidatin Ria Nass, die im Schichtdienst arbeitet und verhindert war.

Von Kai Hasse und Norman Reuter

Mehr zur Podiumsdiskussion lesen sie in der AZ.

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