Ein bunter Markt mit Feuerwerk, ein Spaziergang durch die Geschichte und Ansturm bei Bäckerei-Crashkurs im Handwerksmuseum Suhlendorf

Österlicher Heideurlaub ist angesagt

Trotz Kälte harrten Schnäppchenjäger und Verkäufer auf dem Flohmarkt am Thaer-Gelände aus.

Uelzen/Landkreis. Mit Museumsbesuchen, Feuerwerk, Autoscooter und ausgedehnten Spaziergängen verbrachten die Uelzener ihre Ostertage. Aber nicht nur die Einheimischen genossen das ausgedehnte Wochenende im Landkreis.

Von Köln nach Hösseringen – und das schon das zweite Mal in Folge: Urlaub in der Lüneburger Heide ist angesagt. „Wir sind über Ostern hier auf dem Campingplatz und dazu gehört natürlich ein Gang durch das Museumsdorf“, erzählt Ute Kochhan aus Köln. Und abgesehen davon, dass es im vorigen Jahr wärmer war, hat ihr und ihrer Familie auch der zweite Osterspaziergang durch die Lüneburgische Geschichte sehr gut gefallen. Sohn Simon freut sich schon darauf, zuhause den selbst gemahlenen Kaffee aus gerösteten Roggenkörnern zu probieren.

Überhaupt ist im Museumsdorf zu merken, dass Urlaub in Deutschland wieder „in“ ist. Auch Kristina Hübing aus Dame im Spreewald verbringt hier die Ostertage. „Wir treffen uns regelmäßig mit Freunden zum Campen, dieses Jahr in Celle“, berichtet sie. Die alten Häuser und Werkstätten findet sie bemerkenswert, aber die Ausstellung mit den Zwergen hat ihr am allerbesten gefallen.

Manuel und Benjamin Hille aus Bad Bevensen sind zwar auch klein, aber trotzdem finden sie an diesem Museums-Wochenende nicht Zwerge, sondern etwas anderes interessant: die Schoko-Osterhasen. Die finden sich naturgemäß nur einmal im Jahr in Hösseringens alten Gemäuern und nach ihrem Auffinden durch die beiden Sechsjährigen sind ihre Stunden auch schon gezählt. „Einmal im Jahr kommen wir auf jeden Fall ins Museumsdorf“, erzählen die Eltern, Jackie und Matthias Hille, „Gerade für die Kinder ist es hier toll, die beiden tanken so richtig auf.“

Neben dem Kaffeemahlen am Herdfeuer mit Heike Dehrmann lud Weberin Uschi Schwierske dazu ein, das alte Hauswerk des Webens kennenzulernen. Kinder konnten Flachs hecheln und das Spinnrad ausprobieren und an zwei Tagen brannte das Feuer in der Schmiede. Am Sonntag, der mit herrlichem Sonnenschein und unösterlicher Kälte aufwartete, allerdings nicht.

Deshalb mussten Renate Wibbe und Ramona Weber zum Aufwärmen mit dem Herdfeuer im Kötnerhaus vorlieb nehmen, was sie dann aber sehr gemütlich fanden. „Wir haben dem Museum vor Jahren Bienenkörbe überlassen und deshalb sind wir heute mit Freikarten hier“, sagen die beiden Damen aus Essen. Ehemann Hermann Wibbe war begeistert von der Schlafbutze im Brümmerhof, und so wie er fand jeder Museumsbesucher an diesem Osterwochenende seinen ganz eigenen Museumsfavoriten.

Eigentlich war im Suhlendorfer Handwerksmuseum die Teilnehmerzahl für das traditionelle Osterbacken für Kinder begrenzt. Doch als dann 26 Jungen und Mädchen im Alter von fünf bis zwölf Jahren zusammen mit etlichen Ferienfreunden – und somit weit mehr Kinder als angemeldet – vor der Backhaustür standen, ließen Museumsbäcker Manfred Stültgens und sein Team „Gnade vor Recht“ ergehen. Sie teilten kurzerhand die Gruppe und ließen die eine Hälfte des „Backcrashkurses“ zunächst den theoretischen Teil mit Malen und Basteln erledigen und anschließend die andere Hälfte den praktischen Teil mit Zubereiten des Teigs, um dann zu wechseln. So erfuhren letztlich alle das Wichtigste über die Zutaten zur Teigherstellung.

Sie mussten die Teigmasse anschließend per Hand portionieren, nachkneten, ausrollen und formen zu Zöpfen und Osternestern. Dann wurden die Produkte auf die Bleche verteilt und in den vorgeheizten steinernen Holzbackofen geschoben. Nach dem Backen durften die Teilnehmer des Crashkurses die Nester mit weiteren Zutaten veredeln, obendrauf mit einem gekochten Osterei füllen und ihr Backwerk mit nach Hause nehmen.

Für jeden war etwas bei der bunten Angebotspalette an Aktionen dabei, die der Kneippkurort Bad Bodenteich über die Ostertage für Einheimische und Gäste feilhielt. So waren die Besucher frühzeitig bei der Fischvesper des örtlichen Anglersportvereins an der Anglerhütte im Kurpark zur Stelle, um zumindest ein Exemplar der dort geräucherten Aale oder Forellen zu erwerben, denn die Nachfrage war groß. Eine geführte Besichtigung der alten Burganlage fand unter den Gästen Anklang, und eine muntere Kinderschar bemalte im Rittersaal der Burg Ostereier. Das abendliche Osterfeuer hatte allerdings schon einmal eine größere Resonanz, wie Insider zu berichten wussten.

Gut 1800 farbige Eier „in echt“ oder aus Schokolade konnten Kinder und Eltern im Osterwald bei Schafwedel/Thielitz suchen. Fremdenverkehrsverein und Kurverwaltung hatten dazu eingeladen. Nach der aufregenden Eiersuche hatte die Reitsportgemeinschaft Flinten auf den Hof Buhr zu Essen und Trinken eingeladen, zu Ponyreiten und Reitvorführungen, Osterhasenstreicheln und Livemusik.

Ein Fotogalerie von den Osterfeuern im Landkreis Uelzen finden Sie unter

Von Christine Kohnke, Jochen Frenz und Diane Baatani

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