Flüchtlinge in Lessing-Halle: Schule setzt auf Begegnungen

Oberstufen-Sport trotz Notunterkunft gesichert

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Willkommensgruß: Schulleiter Sven Kablau überreichte im Beisein von Björn Busenius (DRK) Obst an die Flüchtlinge.

Uelzen. Für die mehr als 1000 Schüler sowie für die Lehrer des Lessing-Gymnasiums in Uelzen war es nach den Herbstferien eine Rückkehr an die Schule, die Veränderungen mit sich brachte.

Seit Montag läuft der Unterricht an der Schule wieder, an der derzeit in einer der beiden Turnhallen rund 100 Flüchtlinge leben. Sie kann so nicht für den Schul- und Vereinssport genutzt werden.

Die zweite, obere Turnhalle steht nach wie vor zur Verfügung. Sie werde für den Sportunterricht der Oberstufe genutzt, erklärt Schulleiter Sven Kablau. Die Halle sei insoweit baulich von der Halle mit den Flüchtlingen getrennt, dass die Privatsphäre der Flüchtlinge geschützt werde als auch der Sportunterricht der Oberstufenschüler möglich sei.

Noch geklärt werden müsse, wie die Sportstunden für die Jahrgangsstufen 5 bis 10 in den nächsten Wochen organisiert werden. „Das ist noch in der Schwebe“, so Kablau. Es gebe Gespräche mit der Oberschule, die Hallenzeiten abtreten könnte. „Sie befindet sich in Laufweite“, sagt Kablau.

Lehrer würden zudem neben Sport auch ein zweites Fach unterrichten.

Vorstellbar sei, dass in den Klassen dieses andere Fach während der Zeit der Unterbringung verstärkt unterrichtet werde. Die Stunden könnten auch genutzt werden, um mit den Flüchtlingen ins Gespräch zu kommen. „Wir wollen Kontaktmöglichkeiten schaffen, auch Flüchtlinge in den Unterricht einladen, sodass sie von ihrem Schicksal erzählen können, wenn sie das wollen“, so Kablau. Der Schule gehe darum, Begegnungen zu ermöglichen. Gleichzeitig soll der Schulalltag wie gewohnt möglich sein.

Eine erste Begegnung gab bereits am Montag zum Schulstart. Lehrer hatten Obst mitgebracht, um einen vitaminreichen Gruß an die Gäste in der Turnhalle zu schicken. Sven Kablau und Karin Malangré als seine ständige Vertreterin überbrachten die Obstkisten als Willkommensgruß. „Es war ein sehr herzlich. Die Flüchtlinge zeigten sich sehr dankbar“, so Sven Kablau.

Von Norman Reuter

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