Oberschule: „Schlag ins Gesicht der Eltern“

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Deutliche Kritik vom Kreiselternrat hat das Bekenntnis der CDU für vier Oberschulstandorte im Landkreis ausgelöst.

mr Uelzen/Landkreis. Deutliche Kritik vom Kreiselternrat hat das Bekenntnis der CDU für vier Oberschulstandorte im Landkreis ausgelöst. „Das ist ein Schlag in das Gesicht der Elternschaft“, empört sich der Sprecher der Kreiselternschaft, Mike Finke, und beklagt ein „Durchdrücken“ dieser Schulform.

Die Interessenvertretung der Eltern hatte sich vor wenigen Wochen mit deutlicher Mehrheit für die Gründung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) als ergänzendes Schulangebot für Stadt und Landkreis ausgesprochen. Dieser Antrag war jedoch in den politischen Gremien des Kreises bis zur Klärung der gesetzlichen Grundlagen zurückgestellt worden.

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Nach bisherigen Vorgaben erfüllt keiner der ländlichen Haupt- und Realschulstandorte die Voraussetzungen für die Bildung einer Oberschule. Nachdem die CDU-Landtagsfraktion am Dienstag dieser Woche jedoch Erleichterungen bei der Zusammenfassung von Haupt- und Realschulen zu Oberschulen beschlossen hatte, sieht deren Uelzener Abgeordneter Jörg Hillmer nunmehr gute Chancen für die Gründung von Oberschulen in Bad Bodenteich, Ebstorf, Rosche und Suderburg (AZ berichtete).

Finke beruft sich indes auf Äußerungen des schulpolitischen Sprechers der CDU-Kreistagsfraktion, Martin Oesterley. Der Ebstorfer hatte im November nach der Klausurtagung seiner Fraktion bekräftigt, dass sich die Christdemokraten einer kreisweiten Elternbefragung über die Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule nicht verschließen wollen. Der Sprecher der Elternschaft erwartet nunmehr, dass daher nicht vorab Fakten für die Oberschule geschaffen werden.

Der Kreiselternratssprecher kritisiert zudem die CDU/FDP-Landtagsmehrheit, die keine IGS mit nur vier Eingangsklassen zulassen will und dies mit der fehlenden oder mangelhaften Fachleistungsdifferenzierung begründet. „Diese soll jedoch in Oberschulen möglich sein, in einer weitaus niedrigeren Zügigkeit“, wundert sich Finke und kritisiert: „Hier wird in Augen des Kreiselternrates zum wiederholten Male ,Politik‘ auf dem Rücken unserer Kinder ausgetragen.“ Nicht die Qualität der Bildung stehe dabei im Vordergrund, sondern „die Erschaffung einer schulpolitischen Statue“.

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