Oberschule fehlen Schüler

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Kreispolitik wartet auf Landesgesetz / Kreiselternrat favorisiert Gesamtschule.

Uelzen/Landkreis - Von Marc Rath. Die von der Landesregierung geplante Einführung von Oberschulen könnte im Kreis Uelzen an zu geringen Schülerzahlen scheitern. Das ergab eine statistische Erhebung der Kreisverwaltung. Danach könnte lediglich die Kooperative Gesamtschule (KGS) in Bad Bevensen in eine Oberschule umgewandelt werden. Diese Pläne gibt es indes in der Kurstadt nicht.

Die derzeitigen Haupt- und Realschulstandorte in Bad Bodenteich, Ebstorf, Rosche und Suderburg verfehlen danach die Anforderungen des Landes, wonach in dem Einzugsgebiet über zehn Jahre hinweg (von der Geburt bis zur Klasse 4) mindestens 48 Schüler pro Jahrgang nachzuweisen sind. Im Falle eines Gymnasialzweiges müssen es sogar 75 sein.

Die Zahlen, die aus einer Abfrage bei den Samtgemeinden stammen und mit der jeweiligen Übergangsquote zum Gymnasium verrechnet worden sind, waren gestern Nachmittag erstmals Thema im Schulausschuss des Landkreises. Dort wollte die CDU/FDP-Gruppe ursprünglich einen Grundsatzbeschluss zur Abstimmung stellen, wonach die Einführung von Oberschulen von der Kreispolitik unterstützt wird, wo dies von den Schulen gewünscht ist.

In der Debatte setzte sich jedoch die Position von Kreis-Elternsprecher Mike Finke durch, der dafür warb, zunächst einmal die gesetzlichen Grundlagen abzuwarten, die die Landesregierung für Ende März angekündigt hat. Finke verwies zudem darauf, dass der Kreis-Elternrat auf der jüngsten Sitzung mit einer deutlichen Mehrheit von 14 der 16 Vertreter die Gründung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) im Landkreis unterstützt.

An den Haupt- und Realschulen ergibt sich derzeit ein unterschiedliches Bild. In Ebstorf haben sich bereits beide Lehrerkollegien für ein Zusammenwachsen unter dem Dach Oberschule ausgesprochen. Im Klosterflecken setzt man zudem nach drei gescheiterten Anläufen für die Gründung einer KGS auch auf die Einrichtung eines Gymnasialzweiges im Rahmen der nunmehr möglichen neuen Schulform.

In Bad Bodenteich strebt die Realschule eine Oberschule an, die Lehrer der Hauptschule favorisieren eine Integrierte Gesamtschule, können sich aber auch eine Oberschule vorstellen, die sehr stark auf gemeinsames Lernen abzielt. „Wahrscheinlich wird es einen Mittelweg geben“, hieß es gestern im Schulausschuss. In Rosche will die Haupt- und Realschule ihr Reformkonzept fortsetzen, Suderburg liebäugelt mit der Oberschule, kann aber von allen Standorten die wenigsten Schüler vorweisen.

Da keine Schule bereits zum nächsten Schuljahr mit einer neuen Schulform an den Start gehen möchte und es von der Stadt Uelzen noch keine neuen Signale für die angekündigte Initiative für die Gründung einer IGS gibt, will die Kreispolitik nunmehr abwarten, bis das Land seine neuen Ansätze in der Schulpolitik konkretisiert hat.

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