Kontakt nach Frankreich wird mit Musik und Internet gehalten

Am O-See: Trommeln für die Freundschaft

Trommeln für die Freundschaft: Mit Drumsticks bearbeiten insgesamt knapp 25 Teilnehmer die alten Fässer am Oldenstädter See.
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Trommeln für die Freundschaft: Mit Drumsticks bearbeiten insgesamt knapp 25 Teilnehmer die alten Fässer am Oldenstädter See.

Uelzen-Oldenstadt – Die doch etwas wilde Musik trägt bis hinüber zum Parkplatz am Oldenstädter See.

Nicht weit vom Kiosk, auf einer Lichtung, haben sich die knapp 25 Trommler am Sonnabendvormittag im Dreiviertelkreis mit ihren Kunststoff- und Metalltrommeln aufgestellt und proben verschiedene Rhythmen. Die ausrangierten Fässer werden mit den Drumsticks bearbeitet. Es ist, als dirigiere Ineke Schulte von den „Schrotttrommlern“ aus Lüneburg, die die Fässer mitgebracht hat, gegen schlechte Nachrichten an.

Denn „trotzdem gemeinsam“ sind diese und andere Aktionen des Uelzener Komitees für internationale Partnerschaften überschrieben, um den Draht nach Rouen in der Normandie nicht zu verlieren. „Das klingt ein bisschen wie Corona, aber das Chaos wird vorübergehen“, sagt die stellvertretende Vorsitzende des Komitees, Katharina Bielenberg. Nach zwei Stunden Workshop mit Schulte bringen die Trommler tatsächlich ein schönes rhythmisches Stück zustande. Und die niedersächsische, normannische und europäische Flagge, die eben noch in einem blauen Kunststofffass steckten, werden wieder verstaut.

Kontakt halten in der Corona-Krise

Vielleicht ist die Aktion, die vor allem auf engagierte Schüler zielt, die ursprünglich bereits im April zum Austausch nach Frankreich reisen sollten, in diesen Tagen besonders wichtig: Rund 10 000 Neuinfektionen werden derzeit täglich im wichtigsten Partnerland der Bundesrepublik gezählt. Und Bielenberg weiß, dass auch Rouen zur „Roten Zone“ erklärt worden ist. Damit haben die Präfekturen mehr Rechte, das öffentliche Leben einzuschränken.

Mit der Aktion „trotzdem gemeinsam“, die in Uelzen und in Rouen erdacht worden ist, soll der Kontakt auch in der Krise halten. Nele Förster, Schülerin der KGS in Bad Bevensen, findet es „auf jeden Fall toll, dass man so die Verbindung beibehält“. Und wie? Das macht Jörn Bielenberg mit seiner digitalen Kamera deutlich, der das „Konzert“ von Anfang bis Ende filmt. Immer wieder schwenkt er durch die Reihen der Trommler, damit die Partnergemeinden aus Rouens Plateau Est und Nord wissen: Die Partnerschaft ist nicht vergessen.

Denn das Filmmaterial aus „Trommeln für die Freundschaft“ wird den französischen Partnern zur Verfügung gestellt. Nachdem es geschnitten ist, soll es auch mit der Internetseite des Uelzener Komitees verlinkt werden. So soll das Netz helfen, sich weiter auszutauschen. Peter Organiszak, der die Aktion für das Komitee maßgeblich organisiert hat, sagt: „Wir müssen sehen, dass wir die Jugendlichen bei der Stange halten.“ 22 junge Leute sollten ursprünglich im April nach Frankreich abreisen. Dann kam Corona. „Bis bald“, „A bientôt“ halten die Schüler als Botschaft auf Papptafeln mit Buchstaben in die Kamera. Na, dann kann es ja weitergehen. VON CHRISTIAN HOLZGREVE

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