Oldenstädter Naherholungsgebiet von Müll übersät / Spaziergänger sind entrüstet

Oh weh am O-See...

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Stillleben mit Müllsack: Überquellende Abfalleimer bilden derzeit die Kulisse für das Badevergnügen am O-See.

Uelzen-Oldenstadt. Der Wind treibt schmutzige Pappteller vor sich her, in einem Strauch flattert eine leere Mozzarellatüte.

Aus einem hoffnungslos überfüllten Mülleimer quellen Essensreste, angebissene Pflaumen und Pommes frites, Plastickbesteck und Schnapsflaschen verteilen sich um eine schmutzige Wolldecke und einen prallen Müllsack. Der Oldenstädter See bietet seinen Besuchern derzeit ein jämmerliches Bild. „Das ist immer so nach den Feiertagen“, winkt ein Steppke lapidar ab. Er faltet gerade mit seinen Kumpels die Badetücher wieder zusammen und steigt aufs Fahrrad. Der Müll störe ihn also gar nicht? „Man liegt ja aufm Handtuch. “.

Weniger gelassen sieht derweil Susanne Leip-Meyer aus Rätzlingen die Lage. Sie kennt den O-See schon aus Jugendzeiten, sucht dort regelmäßig Erholung. „Aber sowas habe ich hier noch nie erlebt“, schüttelt sie den Kopf. „Ich bin sowas von entsetzt. Das ist doch kein Zustand für ein Naherholungsgebiet!“

Am Hundestrand läge noch der wenigste Müll herum, hat die Rätzlingerin beobachtet. Besorgt sei sie aber trotzdem gewesen um das Wohl ihres eigenen Vierbeiners, mit dem sie am O-See unterwegs war. „Da liegen ja überall Scherben von zerschlagene Flaschen herum...“

Ein paar Meter weiter liegen verkohlte Überreste mehrerer Lagerfeuer herum, mittendrin ein zerbeultes Bierfass und geleerte Wodkaflaschen, angeschmortes Plastik und Zigarettenschachteln. Im Schilf des Sees dümpelt eine Sektflasche vor sich hin, dreckige Alugrillschalen glitzern in der Sonne und am Ufer liegt ein geblümter Plastikbecher im Sand. Ein Anblick, der auch Roland Zölfl aus Uelzen in Rage bringt. „Es kann doch nicht sein, dass im Landkreis Waldbrandstufe fünf herrscht und hier wird gegrillt und alles liegen gelassen“, wettert er. Als Feuerwehrmann weiß er, dass nicht nur glühende Lagerfeuerreste, sondern auch Glasscherben, die bei Sonneneinstrahlung wie ein Brennglas wirken können, eine große Gefahr darstellen.

Genau wie Susanne Leip-Meyer kennt auch Roland Zölfl den Oldenstädter See von Kindesbeinen an. Sein Vater war Angler und ständiger Gast am O-See, zusammen mit Sohnemann Roland. Letzterer findet die heutigen Zustände nur noch „erschütternd“ und „erschreckend“. Vor seinem Besuch, den er mit zum See genommen hatte, habe er sich richtig geschämt, sagt Zölfl. Baden im Oldenstädter See? Bei den derzeitigen Verhältnissen liegt dem Uelzener nichts ferner als das. „Ich werde den Teufel tun und mich da irgendwo hinlegen“, wettert er angewidert. „Die sollen ja alle ruhig feiern“, zeigt Roland Zölfl Verständnis für die Seebesucher, die unter freiem Himmel feiern wollen, „aber dann sollen die ihren Müll von öffentlichen Flächen auch wieder mitnehmen.“

Von Ines Bräutigam

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