DSDS-Gewinner Pietro Lombardi kommt nach Uelzen – sein erster Auftritt als frischgebackener Vater

„Nur Musik zu machen ist riskant“

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Pietro Lombardi steht am Mittwoch, 22. Juli, in Uelzen auf der Bühne.

Uelzen. 2011 hat Pietro Lombardi bei Dieter Bohlens Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) gewonnen. Vor einem Monat sind seine Frau Sarah, die damals bei DSDS den zweiten Platz erlangte, und er zum ersten Mal Eltern geworden – keine leichte Zeit für die beiden.

AZ-Volontärin Sophie Borm hat vor seinem ersten Auftritt in Uelzen nach der Geburt mit dem 23-jährigen Sänger gesprochen, für den vier Jahre nach seinem DSDS-Gewinn das „Wir“ und eine sichere Zukunft im Vordergrund stehen.

AZ: Herr Lombardi, Sie haben bei Facebook fast eine Million „Gefällt-mir-Angaben“. Welche Rolle spielt Facebook für Sie?

Pietro Lombardi: Die Fans sind Teil von unserem Leben und wir wollen sie an unserem Leben teilhaben lassen. Natürlich gibt es Grenzen. Ich würde zum Beispiel kein Nacktfoto posten, mein Kind direkt in die Kamera halten oder schreiben: „Ich schneide mir gerade die Fußnägel.“

Mit Ihrer Frau Sarah sind Sie zwei Künstler in einem Haus. Ist das manchmal anstrengend? 

Ja, klar. Viele denken, es ist wie im Bilderbuch bei uns. Aber wenn man 24 Stunden aufeinanderhängt, dann geht man sich auch schon mal auf die Nerven. Und manchmal stehen wir zusammen auf der Bühne und singen „Ich liebe dich, ich liebe dich“ und haben eigentlich Streit. Das ist nicht oft so, aber es kann passieren. Dafür hat man den gleichen Job und der Andere weiß genau, worüber man redet.

Bei der Ferien-Fete in Uelzen werden Sie auch vier Jahre nach Ihrem Gewinn noch als „DSDS-Star“ angekündigt. Stört Sie das? 

Wenn es um das Thema Musik geht, sind wir „die von DSDS“. Und das ist auch okay so. Wir sind stolz, dabei gewesen und auch so weit gekommen zu sein. Mit unseren eigenen Sendungen haben wir den DSDS-Stempel aber auch schon ein bisschen wegbekommen.

Sind Ihre Erwartungen, die Sie damals an DSDS hatten, in Erfüllung gegangen?

Ich habe nichts erwartet. Und ich habe auch im Finale zu Sarah gesagt: „Ich hoffe, dass du gewinnst.“ Aber am Ende habe ich trotzdem gewonnen. (lacht) Ich habe alles cool genommen, weil ich auch vorher – auch wenn ich ein bisschen gesungen habe – mit Musik gar nicht so richtig was zu tun hatte.

Und warum haben Sie sich dann überhaupt beworben? 

Ein Freund von mir, der konnte richtig krass gut singen, wollte nicht alleine gehen. Ich habe gesagt: „Ich blamiere mich zu Tode.“ Dann bin ich mitgegangen, er ist rausgeflogen und ich bin weitergekommen. Ich wollte gar nicht zum Casting gehen.

Von Sophie Borm

In Uelzen treten Sie nächste Woche als Sänger auf. Im Fernsehen sieht man Sie derzeit noch in Ihrer Sendung „Sarah und Pietro bekommen ein Baby“. Betrachten Sie sich eher als Sänger oder als „Allround-Entertainer“? 

Wir sind eigentlich offen für alles. Wir haben ja außerdem noch unsere eigene Fernsehsendung, treten in Fernseh-Shows auf. Nur Musik zu machen ist riskant, für jeden DSDS-Gewinner. Es kommen immer neue Leute und man muss sich ein zweites Standbein aufbauen. Gut investieren und nicht bei irgendwelchen Feiern für tausend Euro trinken und sein Geld verprassen. Das ist sehr wichtig.

Sehen Sie auch Ihre Zukunft auf der Bühne oder haben Sie einen Plan B? 

Ich liebe es auf der Bühne zu stehen, verzichten möchte ich darauf nicht. Aber man muss sich auch was Anderes aufbauen. Viele verlassen sich auf die Musik, wenige denken an die Zukunft. Wir machen ja auch viele andere Sachen – wir machen Fernsehen und haben mit Immobilien zu tun, da haben wir viele Pläne. Man muss ja auch an die Rente denken, das ist gerade heutzutage sehr wichtig.

Apropos Zukunft: Bei DSDS hat sich seit der achten Staffel, an der Sie 2011 teilgenommen haben, viel verändert. Hat DSDS noch Zukunft? 

Ich glaube, DSDS hat schon noch Zukunft. Bei der letzten Staffel gab es viel Trubel und Schlagzeilen. Aber ich glaube, wenn man wieder das alte DSDS mit Mottoshows zurückholt, dann wird es wieder erfolgreich. Die Mottoshows waren ja das Besondere und die haben mir jetzt gefehlt. Aber ich bin ja nicht der Chef.

Wären Sie denn gerne der Chef? 

Nein, das wäre zu viel Verantwortung. Bei der Jury würde ich nicht „nein“ sagen, aber das müsste Onkel Dieter entscheiden.

Haben Sie noch Kontakt zu Dieter Bohlen? 

Wir schreiben uns ein paar Mal im Jahr – zum Beispiel „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag“. Diese normalen Sachen, aber nicht jeden Tag. Auch nach der Geburt unseres Kindes hat er gefragt, wie es uns geht und gesagt, dass er sich für uns freut. Auch wenn wir nicht jeden Tag Kontakt haben, ist das schon eine krasse Verbindung. Er ist eigentlich ein Teil der Familie.

Pietro Lombardi singt am Mittwoch, 22. Juli, um 19 Uhr bei der Ferienfete der Volksbank in der Uelzener Jabelmannhalle.

Von Sophie Borm

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