Die Verbindung zum medizinischen Bereitschaftsdienst wird von Lüneburger Zentrale gesteuert

Notruf auf einen Blick: 116 117

Herzrasen? Kreislaufbeschwerden? Wer medizinische Hilfe braucht, hat es ab sofort noch einfacher: Seit gestern gilt deutschlandweit die Nummer 116117. Foto: dpa

Uelzen. Ab sofort gilt auch für den Landkreis Uelzen die neue bundesweit einheitliche Nummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116117.

Der Notruf funktioniert genauso wie die Nummer (01 80) 2 00 00 99, die bisher für den allgemeinmedizinischen und augenärztlichen Dienst im Landkreis Uelzen galt – und auch weiterhin parallel zu der neuen Rufnummer erreichbar bleibt. Wer dringend ärztliche Hilfe benötigt, weil er beispielsweise ein Medikament vergessen hat oder bettlägerig ist, landet über diese Nummern bei einer Telefon-Zentrale in Lüneburg und wird dann zum zuständigen Bereitschaftsdienst im Landkreis Uelzen weitergeleitet. Und wer mit dem Handy anruft, erreicht ebenfalls ein Callcenter und wird nach der Postleitzahl oder Aufenthaltsort befragt.

Die Mitarbeiter der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) verweisen dann gegebenenfalls an die Praxis an der Ripdorfer Straße in Uelzen. Für die Bevenser gibt es alternativ die Notfall-Sprechstunde am Sonnabend, die zum 1. Januar eingerichtet wurde. Wenn Patienten aber auf einen Hausbesuch angewiesen sind, zum Beispiel auch am Abend oder nachts, stellt die Zentrale zum jeweiligen Arzt durch, der Bereitschaft hat. „In der Leitstelle werden immer die Daten aufgenommen, denn es kann immer mal zu einem Abbruch der Leitung kommen“, erklärt KVN-Praxisberater Carsten Florin aus Lüneburg.

Auch wer an der Kreisgrenze zum Beispiel zu Lüchow-Dannenberg wohnt, wird vom Uelzener Bereitschaftsdienst behandelt. „Der fest umrissene Kreis sollte nach Möglichkeit nicht überschritten werden“, informiert Florin. Nur für den Fall, dass der zuständige Arzt zu viele Patienten anfahren müsste, werde „auf dem kleinen Dienstweg“ ein Kollege aus dem Nachbarkreis informiert, „aber das ist eine Rarität“, betont er. Da der Bereitschaftsdienst nicht für lebensbedrohliche Fälle eingerichtet ist, sei jedoch eine solche Eile für gewöhnlich nicht gegeben.

Auch Holger Schmidt, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung in Uelzen, verweist auf den Unterschied zu den lebensrettenden Maßnahmen, für die weiterhin die Notruf-Nummer 112 gilt. Die kostenlose 116 117 ist für Notfälle gedacht, mit denen Patienten normalerweise in die Sprechstunde gehen würden.

Und die medizinische Versorgung im gesamten Landkreis sieht er entspannt, das belege auch die Zahl der Notrufe. „Der Fahrdienst schafft es ganz locker nebenbei“, erläutert Schmidt. Ohnehin würden viele Ärzte einen eigenen Notdienst über ihre Praxen an den Samstagen anbieten.

„Für uns ändert sich nichts, nur die Nummer ist einprägsamer“, lautet sein Fazit. Langfristig soll diese Nummer in ganz Europa eingeführt werden, Deutschland ist derzeit Vorreiter.

Von Diane Baatani

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