15 Millionen Euro investiert

Nordzucker stellt neue Anlage auf

Dr. Mathias Böker

Uelzen. Wir sind Zucker! Das würde „eine große deutsche Tageszeitung“ vermutlich titeln, meinte Landrat Dr. Heiko Blume beim gestrigen Baufest für einen zweiten großen Verdampfungstrockner des Nordzucker-Konzerns in Uelzen.

Ziemlich genau zehn Jahre nach einer ersten Anlage wird am kommenden Montag die neue in Betrieb genommen. 15 Millionen Euro hat die Firma investiert.

Dr. Mathias Böker

Bei der Feier ist die Stimmung gut. Etwa 150 Mitarbeiter des Werkes treffen sich in der Werkstatt bei einem Getränk und Bratwurst. Einige können sich noch an die Einführung der ersten Anlage erinnern. Es war gut für die Arbeitsplätze und für das Gefühl von Sicherheit, erinnern sie sich. Auch jetzt fühlen sie sich gestärkt. Der neue Verdampfungstrockner ist ein vier Stockwerke hoher, metallener Zylinder, der sich nach oben hin erweitert. Darin hält Dampf die zu trocknenden Rübenschnitzel in der Schwebe und entzieht ihnen Wasser. Dieser heiße Dampf wird weiter in der Produktion genutzt und spart somit Energie, die sonst zum Heizen herangezogen werden müsste. Die Energie von 5000 Haushalten, sagt Axel Aumüller, Produktionsvorstand der Nordzucker AG, werde insgesamt eingespart.

Und das sieht man. „Früher konnte man schon von weitem eine weiße Rauchwolke sehen und wusste: Fabrik läuft, alles in Ordnung“, sagte Dr. Mathias Böker. Das werde nun wohl anders. Je weniger Stoffe und Dampf aus dem Schornstein gehen, umso durchsichtiger wird die Säule.

Sven Burmann, Direktor des Werkes, dankte bei seiner Rede allen Beteiligten, speziell auch den einzelnen Arbeitern, die er zum Teil namentlich erwähnte.

Bisher und noch weiter liege der Geschäftsführung die Arbeitssicherheit am Herzen, heißt es beim Baufest – den Mitarbeitern steckt noch spürbar der Unfall Mitte Juli in den Knochen, bei dem ein Arbeiter in den Tod stürzte.

Der Verdampfungstrockner wurde seit 1992 im Nordzucker-Werk in Güstrow benutzt, nun auf den neuesten Stand der Technik gebracht und nach Uelzen gebracht. Das Timing sitzt, denn in zehn Tagen beginnt die Rübenkampagne für die Zuckerwerke.

Von Kai Hasse

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