Nordzucker AG erfreut über Ernteerfolg, aber besorgt über die Marktlage / Rübenkampagne endet

Zwischen Rekord und Preisverfall

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Am nächsten Freitag wird voraussichtlich die letzte Zuckerrübe der aktuellen Kampagne verarbeitet.

Uelzen. „Eine einzigartige Zuckermenge trifft in diesem Jahr auf schwache Marktpreise. “ Michael Gauß, Leiter der konzernweiten Produktion der Nordzucker AG, zeigt sich auf der einen Seite erfreut über die erfolgreiche Rübenkampagne, die voraussichtlich am Freitag, 24. Januar, enden wird.

Auf der anderen Seite sei das angespannte Marktumfeld eine Herausforderung. Der Rübenanbauer- und Aktionärsverband Nord hofft unterdessen trotz des Preisverfalls im europaweiten Verdrängungswettbewerb der Zuckerproduzenten, einen höheren Preis als die zu erwartenden 35 Euro je Tonne zu erzielen. Das berichtet Verbandsvorsitzender Eckhard Hinrichs aus Wieren auf AZ-Nachfrage.

„Wir sind mit den Verhandlungen noch nicht durch“, erklärt er. Der Zuckerpreis sei erst im September/Oktober so stark eingebrochen. Das erste Halbjahr hingegen sei etwas positiver verlaufen, sodass der Verband davon ausgeht, dass das Ergebnis über das Wirtschaftsjahr gerechnet positiv aussehen wird.

Die aktuellen Zuckererträge übersteigen nach Angaben der Nordzucker AG mit 14 Tonnen je Hektar erheblich die Werte des Vorjahres. Damals seien 11 Tonnen zusammengekommen.

„Eine frühe Aussaat, ideales Wetter und ständige Fortschritte in Züchtung und Anbaumethoden haben diese große Ernte hervorgebracht“, zieht Claus-Friso Gellermann, Leiter der Agri Center Deutschland, Bilanz. Die diesjährige Kampagne dauert nach aktuellen Plänen 130 Tage. Im Vorjahr waren lediglich an 102 Tagen Rüben verarbeitet worden. „Solch ein Jahr haben wir noch nie gesehen.“

Im nächsten Jahr wird die Kampagne deutlich kürzer ausfallen. Nordzucker und die Rübenanbauer haben miteinander vereinbart, aufgrund der Marktlage die Anbauflächen zu reduzieren. Nordzucker wolle zwar weiterhin Zucker anbieten und nicht vom Markt verdrängt werden, erläutert Hinrichs. Nachdem jedoch im vergangenen Sommer deutlich wurde, dass die Ernteerträge so gut ausfallen würden, habe man sich geeinigt, in der nächsten Saison für weniger Rübenmengen zu sorgen. Rund 15 Prozent der Menge aus der noch laufenden Rübenkampagne werde auf das folgende Jahr übertragen, sodass sich die Quotenmenge bei Nordzucker nicht ändere.

Wie berichtet, befürchtet der Vorstandsvorsitzende der Nordzucker AG, Hartwig Fuchs, dass das Jahr 2015/16 „das vermutlich schwierigste überhaupt“ werde. Wegen des Preisverfalls gelte schon jetzt: „Derzeit verdienen wir kein Geld.“ So hatte er es in einem internen Rundschreiben formuliert.

Von Diane Baatani

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