Staatsanwaltschaft bereitet Anklageschriften vor

Nordzucker: Aufsichtsräte im Visier

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Wolken ziehen sich zusammen über Nordzucker, hier das Uelzener Werk – obwohl die Bilanz sich sehen lassen kann. Doch gegen den Aufsichtsrat wird ermittelt.

Uelzen. Eindrucksvolle Zahlen kann die Nordzucker AG, deren größtes Werk in Uelzen steht, in diesem Sommer vorlegen: Die Ertragswende ist gelungen, der Gewinn 2010/11 mit 91 Millionen Euro doppelt so hoch wie erwartet.

Schulden wurden abgebaut, die Aktionäre erhalten eine Dividende von 46 Cent je Aktie. Dennoch ist das Unternehmen in turbulentes Fahrwasser gekommen: Drei Dutzend Aufsichtsratsmitglieder stehen oder standen im Visier der Staatsanwaltschaft Braunschweig, weil sie über mehrere Legislaturperioden hinweg Sitzungsgelder falsch oder zu hoch abgerechnet haben sollen.

Ein Drittel der Verfahren haben die Ermittler zwischenzeitlich eingestellt, weil die Schadenshöhe relativ gering war, die Betroffenen die Gelder zurückgezahlt haben und bislang nicht straffällig wurden. „Bei den anderen 25 Beschuldigten sind die Ermittlungen im wesentlichen abgeschlossen“, erklärte Behördensprecher Joachim Geyer auf AZ-Nachfrage. Jetzt würden die Ergebnisse ausgewertet und entschieden, gegen welche Aufsichtsratsmitglieder Anklage erhoben wird.

In dieser schwierigen Phase hat sich der Aufsichtsrat neu formiert – und mit Hans-Christian Koehler aus Barum übernimmt erstmals ein Landwirt aus dem Landkreis Uelzen den Vorsitz dieses Gremiums. Koehler ist ein Mann der ersten Stunde, der 55-Jährige ist das dienstälteste Aufsichtsratsmitglied der Nordzucker.

Das Interview mit Hans-Christian Koehler lesen Sie in der Mittwochsausgabe.

Von Thomas Mitzlaff

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