Nora Faris erhält als eine von 700 Helfern die Hochwasser-Medaille 2013

Spontane Hilfe an der Elbe

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Haben im Juni diesen Jahres in den Hochwassergebieten tatkräftig mit angepackt, um Schlimmeres zu vermeiden: Jonas Tiede (von links), Gerrit Liestmann, Nora Faris, Mitja Wittersheim und Paul Wenzlau.

Uelzen/Hitzacker. „Die Leute hatten alles komplett verbaut mit Holzpaletten und Planen, alle Läden waren geschlossen“, kein Mensch sei mehr auf den Straßen gewesen.

Nora Faris erinnert sich noch ganz genau an die Eindrücke, die zur Zeit der Hochwasserkatastrophe im Nachbarkreis Lüchow-Dannenberg auf sie eingeprasselt waren. Noch immer sind sie greifbar, die Bilder von überschwemmten Feldern rund um die Elbe, von der Hilflosigkeit der Bewohner, von dem tatkräftigen Einsatz der Hilfskräfte. Und Nora Faris ist eine von ihnen.

Sprengung gegen die Wassermassen

Die 18-Jährige war Anfang Juni diesen Jahres als eine von vielen freiwilligen Helfern aus dem Landkreis Uelzen in die Krisenregion bei Hitzacker gefahren, um dort gemeinsam mit vier Freunden Sandsäcke zu befüllen. Eine spontane Aktion, sagt sie. „Meine Freunde und ich haben davon gehört, dass sie dort noch Hilfe brauchten zu dem Zeitpunkt.“ Ohne lange zu zögern, waren sie ins Auto gestiegen und in die Ortschaft Tramm gefahren, wo sie von morgens bis abends Sandsäcke befüllten.

„Jeder hat richtig gut mitgearbeitet und jeder hat jedem geholfen – egal ob jung oder alt“, beschreibt Nora Faris die Atmosphäre. Besonders fasziniert sei sie von der reibungslosen Krisen-Organisation gewesen. Rund um die Uhr habe es Verpflegung gegeben, an alles sei gedacht worden – sogar Sonnenbrillen und Getränke wurden unter den Helfern verteilt. Schließlich sei es auch ziemlich anstrengend gewesen unter der prallen Sonne zu schuften. Für Nora Faris aber eine Selbstverständlichkeit, denn: „Die Leute waren auf die Hilfe von Außenstehenden angewiesen.“ Deshalb starteten sie und ihre Freunde zusätzlich einen Facebook-Aufruf, um noch weitere fleißige Helfer zu gewinnen.

Über die Medien informierte sich die Suhlendorferin, die zur Zeit ein Freiwilliges Soziales Jahr in Hamburg absolviert, auch nach ihrem Einsatz noch über die aktuelle Situation an der Elbe. Manche ihrer Freunde hätten noch an weiteren Tagen, teilweise sogar über Nacht, fleißig Sandsäcke befüllt.

Lob und Anerkennung von Freunden und Bekannten sei da nicht ausgeblieben. Und ja, ein wenig stolz ist auch die Suhlendorferin auf ihren Einsatz für die Bewohner der Elbe-Region. Dafür wurde sie als eine von 700 Helfern aus ganz Niedersachsen gestern mit der Hochwasser-Medaille 2013 geehrt. Ministerpräsident Stephan Weil und Innenminister Boris Pistorius (beide SPD) überreichten im Rahmen einer Feierstunde die Auszeichnungen in Hitzacker.

Allein aus dem Uelzener Kreisgebiet waren im Sommer nach Angaben des Landkreises etwa 800 Helfer im Hochwassergebiet im Einsatz, um unter anderem die rund 130 Kilometer langen Deiche mit mehreren Millionen Sandsäcken zu verstärken. Nora Faris: „Es fühlt sich schon gut an, wenn man dort seinen Beitrag geleistet hat.“

Von Anna Petersen

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