Nur noch verkohlte Trümmer

Einsatzkräfte der Feuerwehr Klein Süstedt mussten gestern noch immer Glutnester in den Trümmern löschen. Fotos: Schossadowski

Uelzen-Klein Süstedt. Teile des Daches sind eingestürzt, überall liegen verkohlte Trümmer herum, Löschwasser tropft von der Decke, dazu glimmen noch immer Glutnester. Die Lagerhallen der ehemaligen Möbelfabrik Klasen in Klein Süstedt boten gestern ein Bild der Zerstörung. Der Gebäudekomplex am Eichenring war am Dienstag bei einem Großfeuer vollständig ausgebrannt (AZ berichtete).

Das Ausmaß der Schäden ist weitaus größer, als Polizei und Feuerwehr anfangs vermutet hatten. Denn nicht nur das Dach der Lagerhallen stürzte teilweise ein. Auch ein benachbartes Wohnhaus, eine Paintball-Halle und das Büro des Bauckhofes wurden erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Menschen kamen hingegen nicht zu Schaden.

„Das Wohnhaus muss komplett saniert werden, die Brandmauer ebenfalls. Und in der Paintball-Halle muss das Dach erneuert werden“, zieht Carsten Bauck, Geschäftsführer des landwirtschaftlichen Hofes, eine erste Bilanz der Schäden. Das Feuer, der beißende Rauch und der Löschschaum der Wehren haben dort an vielen Stellen ihre Spuren hinterlassen. Das Treppenhaus ist verrußt, verkohltes Material liegt herum, Farbe platzt von den Wänden ab – die Gebäude sind unbewohnbar geworden.

„Außerdem wurde unser Bürobereich stark verqualmt“, berichtet Bauck. Die erst vor wenigen Wochen eröffnete Schlachterei sei von dem Großbrand dagegen nicht betroffen gewesen. „Auch unser privates Wohnhaus ist zum Glück unbeschädigt geblieben“, sagt Bauck.

Auch gestern Nachmittag waren Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren noch mit der Brandwache an den zerstörten Lagerhallen beschäftigt. Sie löschten Glutnester, die immer wieder zwischen den kohlschwarzen Trümmern auftauchten. „Wir sind hier seit 24 Stunden ununterbrochen mit der Brandwache beschäftigt“, sagte ein Mitglied der Klein Süstedter Wehr gegenüber der AZ. „Kameraden der Feuerwehren Hansen und Holdenstedt haben uns zwischenzeitlich abgelöst.“

Helmut Montag, Brandermittler der Polizei Uelzen, geht inzwischen davon aus, dass die Gesamtschadenshöhe deutlich über 300 000 Euro liegt. Die Ursache des Großfeuers sei inzwischen geklärt, teilte Montag mit: „Unsere erste Vermutung hat sich bestätigt: Der Brand ist durch Schweißarbeiten einer dort tätigen Firma verursacht worden.“ Zeugenaussagen zufolge hätten Arbeiter dort einen Schneidbrenner oder eine Flex bedient. Durch Funkenflug sei zunächst ein Schwelbrand entstanden, der sich schließlich zu dem Großfeuer ausdehnte.

Von Bernd Schossadowski

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