Noch haben Verkehrssünder Schonfrist

Von Bernd SchossadowskiUelzen. Es ist Tag zwei für die neue Fußgängerzone auf der Veerßer Straße – und noch immer ist die geänderte Verkehrsregelung vielen Nutzern nicht bewusst. "Ich bin schwerbehindert, mein Mann hat mich hier hergefahren", sagt gestern eine ältere Frau und zeigt auf das am Straßenrand geparkte Auto ihres Gatten. Sie ist überzeugt, dass Inhaber von Schwerbehinderten-Ausweisen freie Fahrt in der Fußgängerzone haben.Auch eine Lieferantin mit süddeutschem Kennzeichen glaubt, mit ihrem Auto in den für den allgemeinen Verkehr gesperrten Bereich zwischen altem Rathaus und Turmstraße fahren zu dürfen. "Ich muss hier doch nur be- und entladen", entschuldigt sich die Frau, nachdem sie ihr Auto geparkt hat, und fügt arglos hinzu: "Ist das jetzt eine Fußgängerzone?".

Das scheinen sich auch viele Radfahrer zu fragen – sie radeln trotz des Verbotes zwischen 10 und 18 Uhr weiter in großer Zahl über die Veerßer Straße.Baudezernent Karsten Scheele-Krogull begegnet den Anfangsschwierigkeiten der neuen Fußgängerzone mit Milde. "Jahrzehntelang durfte die Veerßer Straße in beiden Richtungen befahren werden. Gerade Autofahrer von außerhalb sind daher noch etwas betriebsblind und fahren dort in altgewohnter Manier entlang", zeigt er sich verständnisvoll. Es sei normal, dass sich die neue Regelung erst einspielen müsse. "Das geht nicht in wenigen Tagen", meint Scheele-Krogull. Auch die Politessen verteilten dort in den ersten Tagen noch keine Knöllchen.In etwa sechs Wochen, so der Baudezernent, werde die Arbeitsgruppe Innenstadt das nächste Mal tagen und eine erste Bilanz der neuen Verkehrsregelung ziehen. Bis dahin sollen in diesem Bereich weitere Verkehrsschilder aufgestellt werden, die zum Beispiel auf die Durchfahrtszeiten für den Lieferverkehr an Mittwochen hinweisen. "Wir werden in den nächsten Wochen noch deutliche Änderungen herbeiführen", kündigt Scheele-Krogull an.Darüber hinaus wird die Stadt alle Gastronomen und Gewerbetreibenden an der Veerßer Straße darüber informieren, dass diese ihre Tische, Stühle und Verkaufsstände weiter in den Straßenraum verlegen dürfen. Davon haben bislang nur wenige Anlieger Gebrauch gemacht.Nicht zuletzt stellt der Baudezernent mehr Freiheiten für Radfahrer auf der Veerßer Straße in Aussicht. "Wir werden das Durchfahrtsverbot für sie lockern. Das wird sehr zügig geschehen", verspricht er. Den genauen Zeitpunkt will Scheele-Krogull noch bekannt geben.

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