Grundwassermessstellen in Wulfsode und Reinstorf sollen überprüft werden

Nitratwerte: Uelzens Kreispolitik plädiert für Untersuchungen

Ist das Düngen der einzige Grund für erhöhte Nitratwerte in Wulfsode und Reinstorf? Die CDU will Untersuchungen. Foto: DPA
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Ist das Düngen der einzige Grund für erhöhte Nitratwerte in Wulfsode und Reinstorf? Die CDU will Untersuchungen. Foto: DPA

Uelzen/Landkreis – Die Christdemokraten im Uelzener Kreistag wollen die angekündigten schärferen Auflagen für Landwirte beim Düngen im westlichen Teil des Landkreises nicht akzeptieren.

Und mit ihrem Vorstoß, die Ursachen für erhöhte Nitratwerte weiter untersuchen zu lassen, finden sie Unterstützung auch in anderen Fraktionen.

Wie berichtet, wurde der Westen als sogenanntes rotes Gebiet ausgewiesen, weil bei zwei Grundwassermessstellen im Landkreis der Grenzwert für Nitrat von 50 Milligramm pro Liter überschritten wurde. Die Folge: Bauern haben das Düngen einzuschränken, weil es als Ursache für die erhöhten Nitratwerte gesehen wird. Die Christdemokraten stellen das Düngen als alleinigen Grund für erhöhte Werte infrage. Verantwortlich könnten in den Fällen Wulfsode und Reinstorf auch Altlasten sein, heißt dazu von der CDU. Als Altlasten angeführt wurden in den vergangenen Wochen bereits Munition und Sprengstoffreste vom Truppenübungsplatz Munster-Nord sowie Überbleibsel einer früheren Munitionsfabrik in der Bodenteicher Heide. Das Land hat erklärt, dass es keine Zusammenhänge mit den Nitratwerten gebe. Untersuchungen an den Grundwassermessstellen würden aber Klarheit bringen, findet die CDU. Christdemokrat Jörg Martens, der sich von Berufs wegen mit der Materie auskennt, sagt gegenüber der AZ: „Ein Nitrat-Tiefenprofil kann Aufschluss geben.“ Mit der Untersuchung lasse sich feststellen, aus welcher Richtung das Nitrat zufließe.

Für den Vorstoß hat die CDU Mehrheiten gefunden. Am Dienstag hat sich der Kreisausschuss für die Überprüfung ausgesprochen. Zuständig ist der gewässerkundliche Landesdienst – hier soll nun ein Antrag zu den Untersuchungen gestellt werden.

Im Umweltausschuss war vorab das Thema behandelt worden. Léonard Hyfing (FDP) unterstützte das Ansinnen der CDU, übte aber Kritik am Zeitpunkt des Antrags. Der Liberale erinnerte an einen Vorstoß der Grünen Ende 2016 zum Thema Nitrat. Damals wurde ein Konzept zum Schutz des Trinkwassers in Uelzen gefordert – und die CDU habe dagegen gestimmt, so Hyfing. Nun fordere sie Untersuchungen zum Nitrat, „dabei hätten wir schon Daten haben können.“ Hyfing nannte das Vorgehen der CDU „heuchlerisch“. Udo Hinrichs übte hinsichtlich des gewählten Begriffs Kritik an der Wortwahl von Hyfing.

VON NORMAN REUTER

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