Genossen üben scharfe Kritik an den „Herren Reese und Fabel“

SPD nimmt Verwaltung in Schutz

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Uelzen. Über die künftige personelle, inhaltliche und strukturelle Ausrichtung der Kreisverwaltung entbrennt ein heftiger politischer Streit.

Nachdem in der vergangenen Woche CDU, FDP und RRP (Rentner- und Rentnerinnenpartei) „effektivere und effizientere“ Arbeit im Kreishaus gefordert hatten (AZ vom 29. Februar „Dienstleistung statt Verwaltung“), übte die oppositionelle SPD gestern harte Kritik am bürgerlichen Lager. „Mit ihren Äußerungen stellen CDU und FDP unsere Beschäftigten unter den Generalverdacht der Faulheit und Inkompetenz“, heißt es in einer Pressemitteilung der SPD-Kreistagsfraktion. Die Reaktionen in der Kreisverwaltung seien entsprechend – „Frust und Entsetzen bei den Betroffenen“. Fraktionschef Jacques Voigtländer weiter: „Unstrittig gibt es in jeder Firma oder Verwaltung schwarze Schafe. Diese einzufangen ist eine elementare Aufgabe der Führung, in diesem Fall der Verwaltungsspitze. “.

In dem Zusammenhang weisen die Sozialdemokraten darauf hin, dass es die Politik gewesen sei, die unter dem Zwang zum Sparen die engen Rahmenbedingungen für die Beschäftigten vorgegeben habe. Daher wäre die Politik gut beraten, bei erkannten Problemen zunächst selbst Verantwortung zu übernehmen und sich selbst kritisch zu hinterfragen. Voigtländer mit spitzer Zunge: „Wir erinnern uns, der jetzige und auch der letzte Landrat wurden von CDU und FDP getragen. Wenn Führung hier versagt, haben die Herren Reese und Fabel also einen nicht unerheblichen Anteil daran und sollten die Verantwortung tragen.“

Damit nicht genug – „im Jahr 2009 hielt Herr Reese von der CDU die Fahne ,Blitzer zur Haushaltskonsolidierung‘ hoch, zwei Jahre später ließ er sich dann in den Medien mit der Forderung zitieren, ,Politik muss die Verwaltung in die Pflicht nehmen, die Abzocke durch die Blitzer muss ein Ende haben‘.“ Wer so agiere, fördere Frust statt Lust und dürfe sich nicht wundern, wenn die Motivation der Belegschaft auf der Strecke bleiben würde, kritisiert Voigtländer. Der SPD-Politiker ergänzt: „Wenn die CDU also festgestellt hat, dass ihr neuer Landrat seine Wahlversprechen nicht einhält und man ihn mit einem Antrag motivieren muss, nun endlich die versprochene moderne Verwaltung aufzubauen, sind wir gerne dabei. Wenn es aber nur darum geht, sich zehn Monate vor der Landtagswahl auf Kosten der Belegschaft medienwirksam zu profilieren, werden wir dieses Spiel nicht mitspielen.“

Vor diesem Hintergrund fordert die SPD-Kreistagsfraktion von CDU, FDP und RRP „eine Entschuldigung für die ungerechtfertigte Verunglimpfung der Belegschaft“.

Von Andreas Becker

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